Deutsche Telekom
Aussage in Spitzelaffäre könnte Zumwinkel belasten

Der am Freitag beginnende Prozess um die Spitzelaffäre der Deutschen Telekom könnte den ehemaligen Aufsichtsratchef Klaus Zumwinkel und den Ex-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke doch noch schwer belasten.
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HB DÜSSELDORF. Der Hauptangeklagte, der ehemalige Leiter der Telekom-Konzernsicherheit Karl Trzeschan, will sich erstmals äußern. "Mein Mandant wird umfänglich aussagen", sagt sein Anwalt, Hans-Jörg Odenthal, dem Handelsblatt. "Gegenüber der Staatsanwaltschaft hat er bislang zur Frage der Datenerhebung keine Aussagen gemacht." Dazu habe kein Anlass bestanden, weil die Ermittler Klaus Trzeschan nicht nur wegen des Ausspionierens von Telefonverbindungen, sondern auch wegen Untreue angeklagt und über Weihnachten 2008 deswegen sogar vier Monate ins Gefängnis gesteckt hätten.

In Ermittlerkreisen heißt es, Trzeschan habe offenbar nicht damit gerechnet, dass das Gericht den Untreuevorwurf in gleich drei Fällen zulässt. Damit drohen ihm mehrere Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft wirft Trzeschan neben dem Verstoß gegen den Datenschutz und das Fernmeldegeheimnis vor, Firmengelder von insgesamt rund einer Million Euro veruntreut zu haben.

Trzeschan könnte Zumwinkel und Ricke belasten. Bislang ist unklar, ob Zumwinkel oder Ricke die illegale Schnüffelei toleriert oder gar in Auftrag gegeben haben. Wenn der Prozess Beweise für ihre Mitschuld zu Tage fördert, können die Ermittlungen gegen sie erneut beginnen. "Wir können jederzeit das Verfahren wieder aufnehmen", sagt der zuständige Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel.

In dem Spitzelskandal hat die Telekom in den Jahren 2005 und 2006 illegal Telefonate von Journalisten und Aufsichtsräten ausspioniert. Ziel war, zu erfahren, wer Unternehmensinterna an die Presse weiterleitet. Die Staatsanwaltschaft wirft Trzeschan vor, die Telefondaten beschafft und einem externen Dienstleister zur Auswertung übergeben zu haben.

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