Deutscher macht in Europa Karriere
Aufstieg in die Finanz-Elite

Es gibt nicht viele deutsche Spitzenkräfte bei international ausgerichteten Banken. Dieser elitäre Kreis wird nun durch Jochen König verstärkt. Der 41-Jährige übernimmt die Verantwortung für das gesamte europäische Geschäft mit Übernahmefinanzierungen bei der Royal Bank of Scotland (RBS).

FRANKFURT. Ein halbes Jahr nach der größten Übernahmeschlacht der Bankengeschichte um die niederländische ABN Amro, bei der neben der RBS die spanische Santander und die belgische Fortis als Sieger hervorgingen, hat das Institut die wichtige Personalie besetzt. Im sogenannten Leveraged-Finance-Geschäft waren die Briten 2007 Europas Nummer eins, wie der Datenanbieter Thomson Reuters errechnete. Insgesamt wurden knapp 70 Kredite im Volumen von insgesamt 30,5 Mrd. Dollar vergeben. Auf Platz zwei und drei folgen um Haaresbreite die Deutsche Bank und JP Morgan. Selbst im jetzigen, sehr schwierigen Umfeld während der Finanzkrise schaffte es die RBS im ersten Quartal dieses Jahres, Milliardendeals durchzuziehen. Dazu gehörten der britische Bohrspezialist Abbott Group und das Entsorgungsunternehmen Biffa Group. Und das in einer Zeit, wo die Briten selbst die größte Kapitalerhöhung in der europäischen Finanzgeschichte planen.

Dass der verschmitzte König ein Guter ist, steht nicht erst seit seinem Aufstieg fest. Der Westerwäldler ist eines der Gründungsmitglieder des Frankfurter Teams und war zuletzt für die Übernahmefinanzierungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Skandinavien und seit letztem Jahr für Osteuropa verantwortlich. Unter seiner Führung entwickelte sich die Bank in diesem Bereich zu einem der führenden Anbieter für große und mittelgroße Transaktionen. Diese Deals werden auch immer durch einen neuen guten Tropfen Whiskeys begleitet, der an die Transaktionen erinnern soll. Langsam aber sicher füllen die Flaschen die Regale und Schränke bei der RBS in Frankfurt. Königs Nachfolge in Deutschland tritt Stuart Hewer an, der wie er auch von der BHF-Bank kommt.

Der sympathische, bodenständige König befindet sich in der Finanzelite in guter Gesellschaft. Herausragende Positionen in anderen Instituten besitzen deutschsprachige Manager wie Hermann Prelle, der Chef des Investment-Bankings von UBS für Europa, den Mittleren Osten und Afrika ist. Zu den Schwergewichtlern in anderen Instituten zählen aber auch Klaus Diederichs und Christian Meissner als Europa-Chefs im Investment-Banking bei den US-Häusern JP Morgan und Lehman Brothers. Stephan Leithner führt den Bereich Fusionen und Übernahmen der Deutschen Bank in Europa an. Aber auch Alexander Dibelius spielt bei Goldman auf europäischer Ebene eine wichtige Rolle.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte
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