Deutschlands größte Bierdynastie zeigt sich unbeeindruckt von der Branchen-Krise
Bitburger: Wie Axel Simon den Bier-Clan aus der Eifel führt

Axel Simon, 61, sollte eigentlich alle Kraft nur noch seinem Unternehmen widmen, dem Bier- und Mineralwasserriesen Bitburger in Bitburg in der Eifel. Das Untenehmen ist Anfang des Jahres durch die Übernahme von König und Licher zur größten familieneigenen Brauerei Deutschlands aufgestiegen.

HB DÜSSELDORF.Das verlangten die Angehörigen des gelernten Brauingenieurs, als sie ihn im Juni zum Chef der Unternehmensholding kürten. Denn in der deutschen Brauerszene toben Übernahmeschlachten historischen Ausmaßes. Vergangenen Monat kaufte der holländische Biergigant Heineken über sein Gemeinschaftsunternehmen Brau Holding International (BHI) zusammen mit der Münchner Schörghuber-Gruppe schon wieder eine deutsche Bierfabrik, die Fürstenberg-Brauerei im schwäbischen Donaueschingen.

Aber der frisch gekürte Bitburger-Chef stellte sich – nach der Unterbrechung durch die CDU – zur Überraschung aller zur Wahl zum stellvertretenden Bürgermeister von Bitburg. „Das musste ich tun“, sagt er immer noch, obwohl der Versuch scheiterte. „Das war ich mir und der Stadt schuldig.“

Der hoch gewachsene Mann steht an der Spitze einer 35-köpfigen Unternehmerfamilie, deren Bier- und Sprudelmarken jeder kennt, die außerhalb ihrer Region aber so gut wie nie in Erscheinung tritt. Rund 8,7 Millionen Hektoliter Bier setzten die Brauhäuser 2003 ab und 7,5 Millionen sonstige Durstlöscher verkauften die Brunnen, die der Clan mittlerweile in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Hessen und Thüringen betreibt. Nach der Licher-Übernahme ist das Bierimperium mindestens 1,7 Milliarden Euro wert. Von so viel Reichtum leitet Holding-Chef Simon letztlich auch seinen Hang zum Dörflertum ab. „Ich habe das Glück, dass es mir im Leben ein paar Ticks besser geht als dem Normalbürger“, sagt er.

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