Die bestangesehensten Unternehmen
Wer seine Leute streichelt, imponiert überall

BMW ist weltweit die renommierteste deutsche Firma, fand die Haygroup in ihrem Ranking heraus, das hierzulande im Handelsblatt erstmals erscheint.

Man sollte nicht versuchen, Everybody’s Darling zu sein,“ meint Helmut Panke, Vorstandsvorsitzender von BMW. Denn das sei vielleicht einer der entscheidenden Faktoren, um wirkliche Bewunderung zu erfahren. Und bewundert wird BMW durchaus – und zwar weltweit. Dies attestiert dem Münchner Autoproduzenten die neue, internationale Rangliste der angesehensten Unternehmen, in der BMW jetzt zum ersten Mal vertreten ist.

Für Deutschland landete BMW auf dem ersten Platz, gefolgt von BASF, Robert Bosch, Siemens und Volkswagen. Befragt wurden für dieses Ranking der bestangesehensten Unternehmen durch die internationale Personalmanagementberatung Haygroup über 10 000 Top-Manager, Analysten und Experten aus 345 Unternehmen weltweit. Die Ergebnisse veröffentlich für Deutschland erstmals das Handelsblatt. Die Haygroup ist besonders bekannt als Vergütungsberatung und hat in 50 Ländern rund 2 500 Mitarbeiter.

Abgefragt wurden bei der aktuellen Umfrage diese Kriterien: Die Qualität des Managements, die finanzielle Ausgewogenheit des Unternehmens, die Nutzung der Unternehmensressourcen, die Innovationsgeist, die Qualität der Produkte und Dienstleistungen, die Nutzung der Mitarbeiterpotenziale, die Perspektiven langfristiger Investments sowie die soziale Veranwortung.

Die ersten zehn Plätze im weltweiten Ranking belegen demgegenüber: Wal-Mart, General Electric, Microsoft, Dell Computer, Johnson & Johnson, Berkshire Hathaway, Procter & Gamble, IBM, Coca-Cola und FedEx. Auf den letzten Platz musste sich übrigens – wen wundert´ s – Enron verweisen lassen. Unter den Top 50 findet sich als deutsches Unternehmen außer BMW auf Rang 37 Volkswagen. Auch die Wolfsburger sind erstmals hier vertreten. Das Hauptergebnis der Untersuchung ist für Axel Peters, Partner bei der Haygroup in Frankfurt: “Je besser ein Unternehmen mit seinen Mitarbeitern umgeht, umso größer ist seine internationale Reputation.“ Dies bedeute nicht, dass die renommiertesten Firmen die höchsten Gehälter zahlen. Sondern dass sie ihre Beschäftigten gut führen, motivieren und entwickeln. Dies entspreche auch den Umfrage-Ergebnissen der vergangenen sechs Jahre. „Die angesehensten Firmen konzentrieren sich auch stärker als andere auf die Auswahl und die Wertschätzung ihrer Top-Talente,“ ist Peters Resümee.

Das zweite Hauptunterscheidungsmerkmal ist die Förderung der Teamarbeit – und zwar auf höchster Ebene, also im Vorstand und in der Geschäftsführungsebene selbst. Personalprofi Peters berichtet: „In den Vereinigten Staaten ist die erhebliche Bedeutung funktionierender Teams längst erkannt. Dort ist man den Deutschen um Längen voraus.“ Der Einzelkämpfer im Vorstand sei passé. Hierzulande werde bislang erst von Trendsettern vor Firmenübernahmen und Fusionen gecheckt, ob und wie das Zusammenspiel zwischen den Vorstandsmitgliedern insgesamt klappt.

Der dritte entscheidende Faktor, der Unternehmen zu Ansehen verhilft, ist die Kontinuität. Wer an langfristigen Zielen und Werten festhält und sie auch in Zeiten aktueller Schwierigkeiten nicht über Bord wirft, dem zollen die Entscheider der Wirtschaft Beifall.

Worauf führt BMW-Chef Panke nun konkret den Erfolg seines Hauses zurück? „Einer unserer Erfolgsfaktoren ist eine Strategie, die eine klare Orientierung über die Ziele des Unternehmens und den Weg, wie diese zu erreichen sind, vorgibt.“ Der Vorstandschef erklärt weiter: „Wir konzentrieren uns strikt auf das, worin wir stark sind. Also aufs Entwickeln, Produzieren und Vermarkten von Premium-Fahrzeugen und Dienstleistungen.“ Im Gesamtranking der Top-50-Unternehmen landeten die Münchner immerhin auf Platz12. Der einzige Wermutstropfen für die Bayern: Den Platz vor BMW – und damit den des angesehensten Autoproduzenten weltweit – belegt Toyota Motor. Die Japaner erklären ihren Erfolg dagegen mit Qualität, Beständigkeit und Schnelligkeit.

Grund zur Freude hat auch Jürgen Strube, Vorstandsvorsitzender bei BASF: „Wir sind stolz darauf, dass die BASF in der nationalen Wertung aller Unternehmen auf die zweite Position in Deutschland geklettert ist.“ Was er höflich verschwiegt: Im vergangenen Jahr stand das Chemieunternehmen noch auf Platz Drei der Rangliste. Dort stand damals noch Volkswagen.

Ausgewählte Rankings dieser Untersuchung finden Sie unter:

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