Die Brüder wollen den „Daily Telegraph“ kaufen: Barclay: Das Schweigen der Zwillinge

Die Brüder wollen den „Daily Telegraph“ kaufen
Barclay: Das Schweigen der Zwillinge

Interviews mit Ihnen sind eine Rarität. Sie meiden öffentliche Auftritte wie der Teufel das Weihwasser, und Auskünfte über ihr Privatleben lehnen sie strikt ab. Nicht einmal das Geburtsdatum ist bekannt.

LONDON. Kaum zwei Briten sind so verschwiegen, so unzertrennlich und so reich wie David und Frederick Barclay. Doch seit gestern sind die inzwischen 69-jährigen Zwillinge genau da, wo sie überhaupt nicht gern hin wollen – in den Schlagzeilen.

In einem für die Beiden typischen Coup haben sie sich die Kontrollmehrheit bei der weltweit drittgrößten Zeitungsgruppe Hollinger International gesichert. Hinter dem Namen der von Lord Conrad Black gegründeten und von Kanada aus operierenden Firma verbergen sich Zeitungen wie die „Chicago Sun-Times“, „The Jerusalem Post“ und der britische „Daily Telegraph“, der mit einer Auflage von 900 000 Exemplaren zu den Flaggschiffen der britischen Presse zählt.

Doch während 100 Firmen an Hollinger Interesse gehabt haben sollen, bereits eine Londoner Investmentbank für den Verkauf angeheuert wurde, griffen David und Frederick zum Telefon und boten dem in die Krise geratenen Lord einfach 260 Millionen Pfund – einig war man sich.

Vor allem auf den konservativen „Daily Telegraph“ dürften es die beiden Verehrer der früheren Premierministerin Maggie Thatcher abgesehen haben. Zudem besitzen sie schon einige Zeitungen (etwa „The Scotsman“, „The Business", „Scotland on Sunday“) und sollen schon lange vom Aufbau eines eigenen Presseimperiums träumen. Mit dem „Telegraph“ würden die Brüder in England gleich hinter Medienzar Rupert Murdoch, der die „Times“ und das Boulevardblatt „Sun“ besitzt, zur mächtigen Kraft werden.

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