Die Dax-30-Unternehmen spendieren ihren Mitarbeitern weiterhin Weihnachtspartys - nur Präsente gibt’s fast nicht mehr
Kantine oder Witzigmann

Wer bei Eckart Witzigmanns Palazzo zur Weihnachtsfeier mit der Firma eingeladen ist, braucht sich wenigstens eine Sorge nicht zu machen: dass ihm der Gesprächsstoff mit den Kollegen ausgehen könnte.

Während des Vier-Gang-Menüs im Spiegelzelt läuft ununterbrochen ein Showprogramm. Und die Gäste müssen höchstens befürchten, dass man sie auf die Bühne holt. Für diese Variante der Weihnachtsfeier in einem der fünf Zelte entscheiden sich dieses Jahr in der Vorweihnachtszeit 50 Unternehmen täglich. Die Gruppen sind zwischen zehn und 400 Personen stark, berichtet Palazzo-Sprecher Wolfgang Klauke. Daimler-Chrysler, Sparkassen oder 3M sind nur einige davon.

Allerdings: Bei fast jedem dritten deutschen Arbeitnehmer fällt die Weihnachtsfeier dieses Jahr aus. In Zeiten von Konjunkturflaute und Stellenabbau sind zahlreiche Unternehmen wie auch Mitarbeiter alles andere als in Feierlaune. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Online-Umfrage der europäischen Jobbörse Stepstone. Weitere 15 Prozent der Befragten müssen sich mit Plätzchen und Glühwein im Büro begnügen, denn für mehr reicht das Geld nicht.

Wesentlich üppiger geht es da bei den Feiern der großen Dax-Unternehmen zu, bei denen die Gewinne meist wieder kräftig sprudeln. 20 von 30 Dax-Gesellschaften beantworteten den vom Handelsblatt versandten Fragebogen zum Thema Weihnachtsfeiern – mit folgendem Ergebnis: Es wird weiterhin gefeiert. Denn die Weihnachtsparty soll das Wir-Gefühl der Mitarbeiter und den Zusammenhalt stärken.

Wie viel oder wie wenig die Unternehmen je Mitarbeiter für die Feier spendieren, verraten sie lieber nicht. Der Rahmen der Festivitäten ist so vielfältig wie die Geschenke, die am 24. Dezember in deutschen Wohnzimmern unter Nordmanntannen und Rotfichten liegen. Bedingt durch die Vielzahl der Mitarbeiter und die unzähligen Standorte im In- und Ausland, wird in den meisten Konzernen auf Abteilungsebene entschieden, ob man feiert, mit welchem Budget und vor allem wie: Etwa bei Pasta beim Italiener, mit Glühwein auf dem Christkindlmarkt oder beim Lebkuchenhausbacken in der Firmenkantine.

Auch die große, zentral organisierte Weihnachtsfeier gibt es durchaus noch, zum Beispiel bei SAP in Walldorf. Der badische Softwarehersteller verschickt etwa 10 000 Einladungen zur Firmen-Christmasparty, die in drei Kantinen stattfindet. Das Programm der Riesenfete: Eine Ansprache, Essen, Drinks und Musik, die „nicht um 24 Uhr aufhört“, so Markus Berner. Da die Angestellten, meist Akademiker Mitte 30, das ganze Jahr über hart für den Firmenerfolg arbeiten, bietet „eine Weihnachtsfeier die ideale Plattform zum Feiern“, so der Konzernsprecher.

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