Die ESB schickt Problemlöser in die Firmen
Unternehmen suchen Rat bei Studenten

Kontakte zu Unternehmen haben die Studenten der European School of Business (ESB) in Reutlingen reichlich. Schon seit neun Jahren schickt die ESB, die an der Fachhochschule in Reutlingen gegründet wurde, regelmäßig bis zu 20 Studenten in die Unternehmen der Region, um das jeweilige Management bei der Lösung von speziellen Problemen zu helfen.

DÜSSELDORF. „Mittlerweile haben wir uns einen so guten Ruf erarbeitet, dass wir weit mehr Anfragen von Unternehmen haben, als wir abarbeiten können“, sagt Rainer Kämpf, Professor an der ESB und Initiator des Projekts. Und was zunächst wie Werbung in eigener Sache klingt, wird von den beteiligten Unternehmen bestätigt. „Wir können bisher nur positiv über die Kooperationen sprechen“, sagt beispielsweise Thomas Besch, Chef-Controller bei Lapp Kabel in Stuttgart. Die Studenten seien nicht nur auf dem neuesten Stand der Wissenschaft, sondern dazu auch hoch motiviert.

Das Unternehmen, das mit 2 600 Mitarbeitern Kabel, Leitungen und Kabelzubehör produziert, setzt daher bereits seit viereinhalb Jahren auf die Unterstützung der angehenden Akademiker. Seitdem haben die Studenten beispielsweise an der Optimierung der Abläufe bei Rücksendungen mitgewirkt oder den Wareneingangsprozess untersucht.

Für derartige Projekte halten sich die Studenten selten länger als sechs Wochen in einem Unternehmen auf. Neben dem normalen Studium müssen sie dann das jeweilige Problem genau analysieren, eigene Lösungswege erarbeiten und diese später dem Management überzeugend präsentieren.

„Das war schon eine Menge Arbeit“, sagt Sandra Görig, Studentin an der ESB. Sie hat im vergangenen Jahr gemeinsam mit drei Kommilitonen bei Lapp die Abwicklung von Rücksendungen untersucht. Gelohnt habe es sich aber in jedem Fall, sagt die 23-Jährige. „Das beste war, dass wir die Theorie direkt mit der Praxis verbinden konnten.“

Und die Qualität hat sich bereits herumgesprochen. Zu den Partnern der Hochschule zählen der Kosmetikkonzern L’Oreal und Roche Diagnostik. „Wir hätten sogar noch Kooperationen mit vielen anderen Unternehmen eingehen können“, sagt Kämpf.

Ein Problem sei jedoch, dass viele der potenziellen Partnerunternehmen zu weit von der Hochschule entfern seien. Da die Studenten während des Projektes nur ein oder zwei Tage pro Woche in den Unternehmen sind und an den restlichen Tagen normale Vorlesungen und Seminare an der Hochschule besuchen, müssen die Unternehmen zumindest innerhalb weniger Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sein, sagt der Professor.

Dabei ist die Ausbildung an der vor 25 Jahren gegründeten staatlichen ESB alles andere als auf die Region begrenzt. Nicht nur bei den Masterstudiengängen mit insgesamt 410 Studierenden sind Praxissemester und Auslandsaufenthalte Pflicht, sondern auch im Bachelor-Programm. In diesem Doppeldiplomstudiengang sind mittlerweile 408 Studenten eingeschrieben, die von 19 Professoren betreut werden.

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