Die größten Familienunternehmen
Ein gutes Händchen fürs Geschäft

Deutschlands größte Familienunternehmen wachsen schneller als die Dax-30-Konzerne. Das hat gute Gründe.

DÜSSELDORF. Die Nachricht erhitzt seit Wochen die Gemüter: Der Autohersteller Porsche, ein familiendominiertes Unternehmen, beteiligt sich an der viel größeren Volkswagen AG. "Vetternwirtschaft, Rückkehr zur alten Deutschland AG!" - die Kritiker sind empört. Ganz andere Töne schlagen Experten an, die sich mit dem Erfolg von inhabergeführten Unternehmen beschäftigen. Obwohl VW noch lange kein Familienkonzern ist und es derzeit im Aufsichtsrat ordentlich kracht - sie sehen es positiv, dass VW nun eine starke Familie als Großaktionär hat: "Der Einstieg von Porsche kann VW gut tun", sagt Sabine Klein, Professorin an der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel.

Denn Unternehmen, hinter denen eine Familie als Eigentümer steht, sind langfristig oft erfolgreicher, sagt Klein. "Sie haben einen greifbaren Besitzer, der Strategie und Risiko trägt." Berechnungen des Handelsblatts stützen die These: Die 30 größten deutschen Familienunternehmen sind mit einem Umsatzplus von 12,6 Prozent im Vorjahr zweieinhalbmal so schnell gewachsen wie die börsennotierten Dax-Unternehmen, die auf 4,7 Prozent kamen. Das ergibt sich aus der Rangliste der größten nichtbörsennotierten Familienunternehmen in Deutschland, die das Handelsblatt erstmals erstellt hat.

Auch an der Börse sind Aktiengesellschaften, die von Familien kontrolliert werden, erfolgreich. Der Börsenindex Gex für Jungunternehmen mit familiärem Großaktionär legte seit seiner Einführung im Januar dieses Jahres um 32 Prozent zu, der Dax-30 nur um 20 Prozent.

Familienunternehmen dominieren die deutsche Wirtschaft - je nach Definition gehören laut der Bonner Unternehmensberatung Intes zwischen 58 und 98 Prozent aller Unternehmen dazu. Inhabergeführte Unternehmen seien erfolgreich, wenn sie es schafften, gefährliche Familienstreitigkeiten aus dem Unternehmen herauszuhalten und die Nachfolge frühzeitig zu regeln, sagt Norbert Winkeljohann, Vorstand der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers . Aber was machen sie im Vergleich zu vielen Konzernen mit anonymer Aktionärsstruktur besser?

Hauptvorteil sind für Winkeljohann die "kurzen Entscheidungswege". Erfahrene Familienunternehmer hätten meist ein gutes Händchen fürs Geschäft und könnten Ideen sofort umsetzen, ohne - wie bei reinen Kapitalgesellschaften - durch viele Instanzen zu müssen. Dadurch erlangten die Firmen größere Dynamik, und Innovationen könnten schneller umgesetzt werden.

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