Die Milliardäre steigern ihr Vermögen dank guter Konjunktur
Schaufenster der Superreichen

Den Spitzenplatz der Superreichen hält zum elften Mal hintereinander Microsoft-Gründer Bill Gates mit einem Ver-mögen von 46,5 Milliarden Dollar. Der Nachwuchs der reichsten Männer und Frauen der Welt kommt aus Deutschland: Mit 21 Jahren ist Albert von Thurn und Taxis der jüngste Milliardär in der Rangliste vom US-Magazin "Forbes". Das Durchschnittsalter der Menschen mit Riesenvermögen beträgt stattliche 64 Jahre.

NEW YORK. Der Spross der reichsten Adelsfamilie Deutschlands und Sohn der Fürstin Gloria bringt es dank seiner Ländereien und Besitztümer immerhin auf ein Reinvermögen von 2 Milliarden Dollar. Mit den Großen dieser Welt kann der junge Deutsche allerdings noch nicht mithalten. In der Gesamtliste landet er nur auf Platz 321.

Den Spitzenplatz hält zum elften Mal hintereinander Microsoft-Gründer Bill Gates mit einem Ver-mögen von 46,5 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Während des Aktienbooms 1998 kam er noch auf 100 Milliarden Dollar. Trotz dieser deutlichen Einbußen liegt er immer noch knapp vor dem Großinvestor Warren Buffett, der es auf 44 Milliarden Dollar bringt. Während Gates seinen Vermögensstand gerade halten konnte, hat Buffett gegenüber dem Vorjahr noch einmal mehr als eine Milliarde Dollar draufgelegt.

Auf den dritten Platz ist der indische Stahlmagnat Lakshmi Mittal vorgestoßen. „Er profitierte vom enormen Anstieg des Stahlpreises, aber auch von der Übernahme der amerikanischen International Steel Group“, sagte Forbes-Expertin Luisa Kroll.

Der Chef der Mittal Steel Company konnte sein Vermögen um fast 19 Milliarden auf 25 Milliarden Dollar steigern. Damit verdrängte er den deutschen Discountriesen Karl Albrecht (Aldi) vom dritten Platz. Albrecht landet in diesem Jahr als reichster Deutscher auf Rang acht. „Dahinter stecken die schwache Konjunktur in Deutschland und die Attacke einiger Wettbewerber im Einzelhandel“, kommentierte Kroll.

Nicht alle Milliardäre protzen mit ihrem Reichtum. Gates hat etwa 27 Milliarden Dollar seines Vermögens auf eine Stiftung übertragen und spendet zusammen mit seiner Frau Melinda große Summen für den Kampf gegen Krankheiten wie Aids, Malaria und Tuberkulose. Buffett verkörpert mit seinem Auftreten und Lebensstil das Understatement. Er meidet Luxusrestaurants und geht lieber zum Burger-Stand um die Ecke. Ganz anders der Newcomer Mittal: Er zahlte im vergangenen Jahr 60 Millionen Dollar für die Hochzeit seiner Tochter, die in Paris mit 1 000 Gästen feierte. In London bewohnt er die teuerste Residenz der Welt, ausgenommen Königspaläste.

Insgesamt sind die 691 Superreichen dieser Welt wieder etwas reicher geworden. Ihr Gesamtver-mögen stieg in den vergangenen zwölf Monaten um 300 Milliarden Dollar auf jetzt 2 200 Milliarden Dollar. Vor allem die starken Preissteigerungen bei Rohstoffen wie Öl und Stahl haben vielen Milliardären die Taschen gefüllt. Das trifft nicht nur auf den indischen Stahlba-ron Mittal zu, sondern auch auf den saudischen Prinzen Alwaleed Bin Talal Alsaud, der es mit seinen Öl-einnahmen auf Platz fünf der Hitliste brachte. Die europäischen Milliardäre sind sozusagen im Schlaf reicher geworden: Der starke Euro erhöhte ihr Vermögen ohne eigenes Zutun.

Die meisten Superreichen leben allerdings in New York – 34 an der Zahl. Neben San Francisco landet überraschend Moskau mit 20 Milliardären auf Platz zwei vor London und Los Angeles mit jeweils 18. Russland verzeichnet mit neun Neuzugängen nach den USA den zweithöchsten Zuwachs in der Rangliste. Insgesamt haben es 68 Frauen in den exklusiven Kreis geschafft. Aus Deutschland gehört Susanne Klatten dazu, die ihr Vermögen von gut acht Milliarden Dollar nicht zuletzt der Familienbeteiligung an BMW verdankt. Weltweit kommt sie aber nur auf Platz 46.

Unter den Top Ten ist jetzt auch Ikea-Gründer Ingvar Kamprad zu finden. Er wurde zwischenzeitlich mit einem angeblichen Vermögen von 52,5 Milliarden Dollar sogar als der heimliche Spitzenreiter gehandelt. Ikea hat jedoch die Zahlen dementiert, und so findet sich Kamprad jetzt mit 23 Milliarden Dollar auf Platz sechs. In den Kreis der reichsten Zehn zurückgekehrt ist übrigens Larry Ellison. Der Chef des Softwarekonzerns Oracle macht gerade SAP mit einem Übernahmekampf das Leben schwer.

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