Die neue Citibank-Chefin Sue Harnett tritt in Frankfurt zum ersten Mal öffentlich auf
Abschied vom Glamour

Sie war gar nicht eingeplant. Sue Harnett, die neue Frau an der Spitze der Citibank AG, erbte ihren ersten öffentlichen Auftritt aus dem Terminkalender ihrer Vorgängerin. Aber Harnett weiß, was sie will.

FRANKFURT/M. Als im Frühjahr das Programm der Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“ aufgestellt wurde, stand noch Christine Licci auf dem Plan. Auf der Tagung gestern musste sie mit einem klaren Nachteil gegenüber der Südtirolerin Licci kämpfen: der deutschen Sprache.

Gleich zu Beginn ihrer Rede entschuldigt sich die Amerikanerin im dunklen, klar geschnittenen Kostüm und grünen Top für ihr Manko. „Aber ich sage Ihnen, Sie würden leiden, wenn ich es auf Deutsch versuchte“, sagt sie in breitem Amerikanisch, ohne dass ihr Lächeln bei den Augen ankommt. Sie hebt den Erfolg der Citibank hervor und spult dann im Schnelldurchgang die Zahlen des Mutterkonzerns Citigroup aus dem vergangenen Jahr herunter: 77,4 Milliarden Euro Umsatz, 17,9 Milliarden Euro Gewinne. Umsätze und Renditen, die die Banker im Saal neidisch werden lassen.

Sue Harnett weiß, was sie will. Ein klarer Vortrag, sie bleibt in der Zeit, sie hält den Augenkontakt zum Publikum. Dass diese Frau nur dank ihrer hohen Absätze in die Nähe der Durchschnittsgröße kommt, fällt nur auf, wenn man neben ihr steht. Sie entspricht dem Bild des typischen amerikanischen Managertypus, das andere von ihr zeichnen. „Sie kennt das Geschäft“, sagt Rolf Dahmen, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats. Er beschreibt sie als „angenehme Person, die zuhört und analysiert“. Auch andere, die mit ihr zusammenarbeiten, loben ihre Arbeit. Sie arbeite effizient und energisch, komme stets vorbereitet zu Meetings. Das Problem der Risikovorsorge habe sie gezielt angepackt und sich neue Kreditspezialisten fürs operative Geschäft für den Aufsichtsrat geholt.

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