Die „Story“ hat für Maughan gerade erst begonnen
An Englishman in New York

Der Brite Sir Deryck Maughan leitet das Auslandsgeschäft des US-Finanzriesen Citigroup. Das Wort des 56-jährigen, hageren Hünen hat Gewicht.

NEW YORK. Sir Deryck Maughan ist kein Schnellredner. Zwischen den Sätzen lässt er oft Pausen von drei, vier Sekunden entstehen. Einen Gedankengang schließt er ab, indem er seine langen, gespreizten Finger sanft auf das Rednerpult legt. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen, drückt die aristokratische Geste von Sir Maughan aus.

Das Wort des 56-jährigen, hageren Hünen hat Gewicht. Er ist Chef von Citigroup International und steuert so das Geschäft der weltgrößten Finanzgruppe außerhalb Nordamerikas. „Unser Potenzial ist riesig“, sagte Maughan (ausgesprochen ohne „g“) kürzlich bei einer Investorenkonferenz in der New Yorker Citigroup-Zentrale. „Wir können unser Geschäftsvolumen außerhalb der USA und Kanada problemlos verdrei- oder vervierfachen, ohne an irgendwelche Marktsättigungsgrenzen zu stoßen.“

Sehr selbstbewusste Töne. Sie gründen auf Maughans bisherigem Erfolg. Citigroup International erzielte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Nettogewinn von vier Milliarden Dollar, bereinigt um Sondereffekte. Das war über ein Drittel des Ertrags im gesamten Citigroup-Konzern bereinigt 10,6 Milliarden Dollar. Damit lieferte seine Sparte mehr Gewinn ab als irgendein Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax). Sein Geschäftsbereich hängte mit Nettoerlösen von 28 Milliarden Dollar die gesamte Deutsche Bank ab.

„Die globale Präsenz unterscheidet Citigroup von anderen Banken“, urteilt Analyst Glenn Schorr von der Schweizer Großbank UBS in New York. „Das ist eine höllische Wachstumsstory“, fügt Analyst Jeffery Harte vom US-Geldhaus Sandler O’Neill hinzu.

Die „Story“ hat für Maughan gerade erst begonnen. In China gab Citigroup im Februar als eine der ersten westlichen Banken eigene Kreditkarten heraus. In Korea kaufte Maughan die Koram-Bank, und in Moskau eröffnete er ein Private-Banking-Center für reiche Russen. Selbst in dicht besetzten Märkten wie Deutschland will er zulegen: „Größe ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, und in gesättigten Märkten lässt sich Größe häufig nur durch Zukäufe gewinnen.“

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