Die zweite Generation
Murdochs nächster Mann

Der 34-jährige Sohn des Medienmoguls Rupert Murdoch (76) ist am Freitag zum neuen Geschäftsführer des Imperiums seines Vaters für Europa und Asien ernannt worden. Für viele Experten ist damit klar: Der Sohn soll zum Nachfolger aufgebaut werden.

HB NEW YORK. Medienmogul Rupert Murdoch bringt offensichtlich seinen Sohn James als Nachfolger und damit künftigen Chef des Imperiums in Stellung. Der 34-jährige James wird ab sofort das Asien- und Europageschäft von Murdochs News Corp. übernehmen, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Er werde dafür seinen Posten als Chief Executive der British Sky Broadcasting Group BSkyB aufgeben. Nachfolger an der BskyB -Firmenspitze werde Sky-Finanzchef Jeremy Darroch.

Murdoch Junior übernimmt damit die Verantwortung für Print-, Rundfunk- und Internetfirmen wie die britische Boulevardzeitung "Sun“ und die Sender Sky Italia oder Star TV in Hongkong. Er arbeitet von London aus und ist direkt dem News Corp.-Präsidenten Peter Chernin unterstellt, der auch für das operative Geschäft zuständig ist. "James ist ein talentierter und erprobter Manager“, teilte sein 76-jähriger Vater mit. Durch seine Erfahrungen bei Sky sowie weitere frühere Posten sei er für die künftige Rolle einzigartig qualifiziert. "James hat Sky verwandelt“.

James Murdoch war 2003 zu BSkyB gekommen, die Sendergruppe gehört zu 39 Prozent News Corp. Unter seiner Federführung wurde der ursprünglich als Pay-TV-Unternehmen gestartete Konzern ausgebaut - er umfasst nun auch das Breitbandinternet- und Telefongeschäft. Doch wie sein Vater setzte auch James gerne auf Risiko. Seine Zukäufe erregten die Aufmerksamkeit der Kartellbehörden: Nach dem Kauf von knapp 18-prozentigen Anteilen an Großbritanniens größtem frei-ausgestrahlten privaten Fernsehsender ITV warfen Rivalen Murdoch etwa vor, einen Kauf ITVs durch den damaligen Konkurrenten NTL - jetzt Virgin Media - verhindert zu haben. Murdoch bezeichnete den Zukauf dagegen als eine langfristige Investition.

Beobachter in Großbritannien schätzten James Murdoch nach erster Skepsis jedoch als einen richtungweisenden Manager. Murdoch habe sich in den vergangenen Jahren bei BSkyB bewährt, sagte der Analyst Richard Greenfield. "Jetzt wird James für eine größere Rolle herangezogen.“ Über die Nachfolgeregelung im Imperium wurde in den vergangenen Jahren heftig spekuliert.

Zunächst galt Murdochs älterer Sohn Lachlan als sein Nachfolger. Er verließ die News Corp. aber 2005 und gründete sein eigenes Unternehmen.

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