Dieter Bock
Puma: Alles unter Kontrolle

Als Dieter Bock vor 30 Jahren seine Karriere bei Puma begann, stand das verlustreiche Unternehmen bereits mit einem Bein im Grab. Die Abläufe waren verkrustet, die Produkte wurden auf Wühltischen verramscht. Finanzchef Bock räumte auf und verlässt nun einen erfolgreichen Sportkonzern. Sein Nachfolger Klaus Bauer ist ebenfalls ein alter Bekannter.

MÜNCHEN. Bedeckter Himmel, acht Grad: Ideale Bedingungen, um eine Runde an der frischen Luft zu drehen. So ließ es sich Klaus Bauer auch gestern nicht nehmen, zusammen mit einigen Kollegen in der Mittagspause durch Herzogenaurach zu joggen.

Künftig müssen die Laufpartner des 53-Jährigen vermutlich öfter einmal ohne ihn auskommen: Im Sommer übernimmt der Betriebswirt zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben als IT- und Logistikchef auch noch das Finanzressort von Puma. Für Bauer schafft der Sportkonzern den neuen Vorstandsposten eines Chief Operating Officers (COO). Der Franke ersetzt Finanzchef Dieter Bock, 50, der Puma nach 30 Jahren auf eigenen Wunsch verlässt.

Mit Bock geht erneut einer jener Top-Manager, die zusammen mit Vorstandschef Jochen Zeitz Puma in den 90er-Jahren vor dem Untergang gerettet haben. Vor drei Jahren hatte sich bereits Rechtsvorstand Ulrich Heyd zurückgezogen, Mitte 2007 ging der langjährige Vorstandsvize Martin Gänsler. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein besorgniserregender Exodus an Spitzenkräften, stellt sich bei näherem Hinsehen aber weit weniger dramatisch dar: Heyd und Gänsler hatten nach Jahrzehnten unter Volldampf genug vom anstrengenden Managerdasein und haben sich aus der Geschäftswelt zurückgezogen. Auch Bock sei nicht auf dem Sprung in eine andere Führungsposition, hieß es gestern bei Puma.

Zuletzt hatte Vorstandsboss Zeitz zwei Manager von außen in den Vorstand geholt. Stefano Caroti kam vom Rivalen Nike und Melody Harris-Jensbach wechselte vom Modehaus Esprit in die Sportbranche. Mit Bauer rückt jetzt wieder ein Eigengewächs in den Führungszirkel des drittgrößten Sportartikelherstellers der Welt auf.

Am 2. Januar 1989 hat der Industriekaufmann in Herzogenaurach angefangen. Zuvor hatte er in Nürnberg für den Bürogeräteproduzenten Triumph-Adler gearbeitet. Was Bauer damals bei Puma vorfand, war erschütternd: Das verlustreiche Unternehmen stand mit einem Bein bereits im Grab. Die internen Abläufe waren verkrustet, die Produkte wurden in den Kaufhäusern auf den Wühltischen verramscht. In dem Chaos begann der junge Mann aufzuräumen: Erst baute er die Beschaffungsorganisation in Hongkong auf, dann brachte er als IT-Leiter die veralteten Computersysteme auf Vordermann. Damit nicht genug: Bauer wurde Chef-Controller, und später übertrug ihm Zeitz auch noch die Personalabteilung. Angesichts der damaligen Stellenstreichungen eine eher unangenehme Aufgabe.

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