Dieter Vogel: Mobilcom-Aufsichtsratschef geht

Dieter Vogel
Mobilcom-Aufsichtsratschef geht

Nach fast neun Jahren im Mobilcom-Aufsichtsrat legt Dieter H. Vogel nun kurz vor der Verschmelzung mit Freenet sein Amt als Aufsichtsratschef des Mobilfunkdienstleisters nieder.

HB HAMBURG. Der 65-Jährige sehe die bevorstehende Fusion als geeigneten Zeitpunkt, sein Amt mit sofortiger Wirkung niederzulegen, sagte ein Mobilcom-Sprecher am Donnerstag. Das Aufsichtsgremium werde in Kürze einen Nachfolger wählen. Der frühere Thyssen-Vorstandschef Vogel hatte bereits im Januar angekündigt, den Aufsichtsratsvorsitz beim Medienkonzern Bertelsmann zum Jahreswechsel 2007/2008 abzugeben.

Als wichtigste Leistung Vogels bei Mobilcom gilt die Rettung des Konzerns vor der Insolvenz im Jahr 2002 und der damit verbundenen Erhalt von großen Teilen der damals etwa 3000 Arbeitsplätze. Das Unternehmen hatte sich mit der Ersteigerung von UMTS-Mobilfunklizenzen verhoben und saß auf einem Schuldenberg von rund sieben Mrd. Euro. Vogel handelte im Auftrag der Bundesregierung einen Vergleich mit dem damaligen Hauptaktionär France Telecom aus, der Mobilcom rettete.

Der Deal brachte Vogel die Feindschaft des Mobilcom-Gründers Gerhard Schmid ein. Denn Bedingung für die Sanierung war, dass Schmid sein damaliges Aktienpaket von 40 Prozent einem Treuhänder übertrug. Dreimal verhinderte Schmid die Wahl Vogels zum Aufsichtsratschef, bis dies schließlich im Februar 2003 doch gelang. Erst im vergangenen Jahr legten Schmid und Mobilcom ihren erbitterten Streit bei. Die Wahl Vogels war eine Bedingung des Vergleichs zwischen France Telecom und den Gläubigerbanken. Vogel saß insgesamt neun Jahre in dem Gremium, davon vier Jahre als dessen Vorsitzender.

Mit der Fusion, die Anfang März im Handelsregister eingetragen werden soll, verschwindet auch der Unternehmensname Mobilcom. Das neue Unternehmen werde unter dem Namen Freenet firmieren, sagte der Sprecher. Damit sei auch der als Arbeitstitel verwendete Unternehmensname Telunico vom Tisch. Die Namen Mobilcom und Freenet sollen jedoch als Marken bestehen bleiben. Der Verschmeldung war ein langes Tauziehen mit einigen Aktionären vorausgegangen, die den Plan verhindern wollten.

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