Dietmar Welslau
Ein Sanfter für die Telekom

Dietmar Welslau soll Personalchef der neuen Deutschland-Einheit der Deutschen Telekom werden

DÜSSELDORF. Die Reaktionen könnten kaum unterschiedlicher sein: Dietmar Welslau, langjähriger Personalmanager der Deutschen Telekom und nach Informationen aus Konzernkreisen künftig Personalchef der neuen Deutschland-Einheit, ist im Konzern hochangesehen. Seine Beförderung gilt als überfällig. Thomas Dannenfeldt dagegen, der Finanzchef für das Deutschland-Geschäft werden soll, erntet heftige Kritik. Das Einzige, was ihn für den Posten qualifiziere, sei sein gutes Verhältnis zum neuen Finanzvorstand Timotheus Höttges, heißt es im Konzernumfeld. Von „Vasallentreue“ ist bei Insidern die Rede.

Die Telekom wollte sich zu den Personalien nicht äußern. Sie stellt heute ihre neue Deutschland-Strategie vor.

Dannenfeldt (Jahrgang 1966) hat bei der Mobilfunktochter T-Mobile für Höttges erfolgreich das Sparprogramm „Save for Growth“ umgesetzt, mit dem Höttges sich viele Meriten verdient hat. Zum Dank hat er Dannenfeldt im vergangenen Sommer zum Bereichsvorstand für Markt- und Qualitätsmanagement bei der Festnetzsparte T-Home gemacht. Höttges war damals Festnetzvorstand, bevor ihn Telekom-Chef René Obermann im März dieses Jahres zum Finanzchef machte. Höttges und Obermann sind befreundet und ehemalige Nachbarn.

Kritiker monieren, dass der gelernte Wirtschaftsinformatiker Dannenfeldt sich inhaltlich nicht als Finanzchef eigne, persönlich eher zurückhaltend sei und ihm die nötige Führungsautorität fehle. Sie sehen in der Berufung deshalb ein weiteres Beispiel dafür, dass Obermann ein System der Kumpanei fördere, in der Schlüsselposten mit Getreuen statt internem oder externem Sachverstand besetzt werden. Ein Befürworter Dannenfeldts argumentiert dagegen, er sei sehr analytisch.

Die beiden Personalien stehen an, weil die Telekom Festnetz und Mobilfunk in Deutschland zusammenlegt. Beide Sparten tragen knapp die Hälfte zum Konzernumsatz bei.

Nicht in das Kumpelschema passt dagegen der deutsche Personalchef in spe. Welslau (Jahrgang 1962) sei ein „Vollblut-Personaler“, heißt es in Konzernkreisen – diplomatisch, angenehm im Umgang, aber auch geschickt in Verhandlungen. Er sollte eigentlich die Mitarbeiter des gesamten Konzerns leiten, als sich der damalige Personalchef Heinz Klinkhammer Ende 2006 für den Ruhestand entschied. Welslaus Berufung sei damals an den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat gescheitert, heißt es im Telekom-Umfeld. Sie hätten ihn für zu hart gehalten und einen externen Kandidaten bevorzugt.

Dennoch genießt Welslau auch intern einen guten Ruf. Er führte bislang bereits die Mitarbeiter der Festnetzsparte sowie die interne Beschäftigungsagentur Vivento. Obermann hat ihn bei seiner eigenen Berufung Ende 2006 in den Kreis seiner fünfköpfigen Berater geholt.

Welslau ist bereits seit dreizehn Jahren bei der Telekom und gilt vor allem im Beamtenrecht als exzellenter Fachmann. In der Festnetzsparte arbeiten zahlreiche Staatsdiener.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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