Dietrich Mateschitz
Der Mann verleiht Flüüüüüüügel

Die Fahrt im schwarzen Audi vom Büro an der Himmelpfortgasse zum Parlamentsgebäude an der Wiener Ringstraße dauert sechs Minuten – die richtige Distanz, um eine Dose Red Bull zu öffnen und sie in fünf, sechs großen Schlucken zu leeren.

HB SALZBURG. Das löscht den Durst und lässt auf eine gewisse Verbundenheit zu den größeren Steuerzahlern des Landes schließen, hofft der österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der dieses Ritual pflegt.

Mit dieser Verbundenheit ist Dietrich Mateschitz gemeint. Besitzer eines Formel-1-Rennstalls, eines Erste-Liga-Fußballklubs, einer Flugzeugstaffel, einer Insel in der Südsee, demnächst einer Restaurant-Kette, erster Österreicher, der es mit einem geschätzten Vermögen von 1,3 Milliarden Dollar in die Liste der Superreichen gebracht hat, die das US-Magazin „Forbes“ erstellt, und, und, und ...

Vor allem aber: Herr über den Energiedrink Red Bull, der laut Werbung Flüüüüüügel verleihen soll.

Mateschitz selbst lassen Gesten wie die Grassers kalt. Politisch sei er eher nicht vernetzt, sagt er. Obwohl Typen wie der schneidige Finanzminister gut ins Kundenprofil passen: „Die zeichnet ein Drive aus, eine gewisse Leistungsorientiertheit, kombiniert mit einer ausgeprägten Fun-Komponente“, sagt Mateschitz.

Von seinem Büro schaut der 61-Jährige, den seine Mitarbeiter schlicht „DM“ nennen, in den Hangar Sieben am Flughafen Salzburg, der gefüllt ist mit knallig angemalten „Flying Bull“-Maschinen, dazwischen eine Kunstsammlung. Pop-Art. Eine Halle voller Spielzeuge für ein groß gewordenes Kind?

Nein. Mateschitz, hohe Stirn, schlohweißes Haar, das immer so aussieht, als sei es gerade im Sturmwind eines Hubschrauberrotors kunstvoll durcheinander geraten, ist kein Spieler. Wer einen Konzern aufgebaut hat, der es mit dem Verkauf von munter machendem Zuckerwasser unter den weltweit bekannten Marken inzwischen in die Spitzengruppe geschafft hat, überlässt nichts dem Zufall. Rein gar nichts. Auch wenn bei Red Bull alles so aussehen muss, als würde es täglich aus einem kreativen Urknall neu entstehen. Das gehört zum Image.

Dominic Marsano, zum Beispiel, ist so ein Kind des Urknalls. Braun gebrannt, das Hemd weit offen, sieht er aus, als sei er gerade vom Surfbrett gestiegen. Tatsächlich feilt Marsano am Ruf der Marke, entwirft absatzfördernde Veranstaltungen, die natürlich nur „Events“ heißen, und freut sich, wenn darüber geredet wird. „Es ist ein Privileg, in die Red-Bull-Familie zu kommen“, sagt er.

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