Discounter Deutschland-Chef Dokozic verlässt Lidl

Lidl verliert Deutschland-Chef Marin Dokozic. Sein Nachfolger soll die Verzahnung von stationärem und digitalem Geschäft vorantreiben.
Update: 06.02.2018 - 18:06 Uhr Kommentieren
Der Discounter hat seine mit großen Ambitionen gestartete US-Expansion gebremst. Quelle: dpa
Lidl

Der Discounter hat seine mit großen Ambitionen gestartete US-Expansion gebremst.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Discounter Lidl kommt nicht zur Ruhe. Nur zweieinhalb Jahre nach seinem Amtsantritt hat nun auch Deutschland-Chef Marin Dokozic das Unternehmen verlassen, wie Lidl am Dienstag mitteilte. Zuvor hatten die „Heilbronner Stimme“ und die „Lebensmittel-Zeitung“ darüber berichtet. Nachfolger von Dokozic wird Matthias Oppitz, der mit sofortiger Wirkung die operative Verantwortung für das Deutschland-Geschäft übernimmt.

Der Abgang von Dokozic, für den das Unternehmen keinen Grund nannte, ist die jüngste in einer ganzen Reihe von personellen Veränderungen beim Billiganbieter in Neckarsulm in jüngster Zeit. Erst vor einem Jahr hatte der Lidl-Vorstandschef Sven Seidel seinen Platz geräumt. Grund für den Wechsel seien „unterschiedliche strategische Geschäftsauffassungen“, hieß es damals offiziell. Ein halbes Jahr später nahm nach Angaben der „Lebensmittel Zeitung“ auch der E-Commerce-Chef des Discounters seinen Hut.

Deutschland ist für Lidl nach wie vor der bedeutendste Markt. Zuletzt liefen die Geschäfte hier aber nicht mehr so glänzend wie gewohnt. War es Lidl in der Vergangenheit meist gelungen, stärker zu wachsen als Aldi, so haben sich die Rollen zuletzt vertauscht. Mit moderneren Läden, Markenlistungen im Sortiment und mehr Werbung steigerte Aldi zuletzt laut dem Marktforscher GfK seine Umsätze deutlich stärker als Lidl.

Klaus Gehrig, der Chef der Schwarz-Gruppe, zu der Lidl gehört, bemängelte denn auch bereits im vergangenen Jahr Fehlentwicklungen bei dem Discounter. So seien einige der neuen Läden viel zu aufwendig gebaut worden. Das passe nicht zu Lidl und rechne sich auch nicht. „Hier brauchen wir wieder mehr Kostenbewusstsein“, verlangte Schwarz.

Auch die noch unter Seidel gestarteten Internetinitiativen des Discounters wurden nach dem Abgang des Managers wieder deutlich zurückgefahren. Lebensmittel verschwanden wieder weitgehend aus dem Lidl-Online-Angebot.

Interessant dürfte deshalb sein, was der neue Deutschland-Chef in diesem Bereich vorhat. Nach Unternehmensangaben soll Oppitz „das Thema E-Commerce mit dem Ziel einer stärkeren Verzahnung von stationärem und digitalem Geschäft weiter vorantreiben“.

  • rtr
  • dpa
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