Diskussion über Standortwechsel der Hamburger Nachrichtenagentur nach Berlin beunruhigt Mitarbeiter
DPA sucht neues Redaktionskonzept

Die Mitarbeiter der Deutschen Presseagentur DPA in Hamburg sind verunsichert. Der Grund: Die Chefredaktion der größten deutschen Nachrichtenagentur prüft derzeit, ob sie ein „News Desk“ einführt. Als möglicher Standort für das neue Herzstück der Redaktion ist Berlin im Gespräch, erfuhr das Handelsblatt aus DPA-Kreisen.

HAMBURG. Damit wächst aber die Gefahr, dass mittelfristig auch der Firmensitz und damit die Verwaltung von Hamburg in die Bundeshauptstadt verlagert wird. Betroffen hiervon wären in Hamburg rund 350 Mitarbeiter. Der DPA-Betriebsrat wehrt sich gegen die Überlegungen: „Wir in Hamburg sind entschieden gegen einen Standortwechsel, da er zwangsläufig einen Stellenabbau bedeuten würde“, sagt der DPA-Betriebsrat Rainer Gewers. Einzelheiten hierzu will die DPA-Geschäftsführung auf der Bilanzpressekonferenz am 30. Juni erläutern. Eine Entscheidung über das Konzept soll aber erst im Herbst fallen, heißt es.

Die 1949 gegründete Nachrichtenagentur will mit einem „News Desk“ die redaktionellen Abläufe verbessern. So sollen die Leiter verschiedener Ressorts, Bild-, Online-Redaktion sowie Grafik gemeinsam an einem Tisch sitzen. Damit sollen die Zeitungen mit Texten, Bildern, Grafiken für Print- und Onlineausgaben sowie SMS-Dienste schneller tagesaktuell versorgt werden.

Vorbild für das Konzept ist offenbar der DPA-Konkurrent Associated Press (AP). Der US-Lieferant hat in New York einen eigenen „News Room“. Die Nachrichtenagentur hatte nach einem Umzug ihre Abteilungen und Ressorts auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern zusammengefasst, die bislang auf mehrere Büroebenen verteilt waren.

In Deutschland hingegen hatte AP auf eine weitere Zentralisierung verzichtet. „Wir hatten Überlegungen, nach Berlin zu gehen. Dies wurde aber aus finanziellen Gründen abgelehnt, da Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis standen“, sagt AP-Chefredakteur Peter M. Gehrig.

Fraglich ist deshalb, ob der sehr zersplitterte DPA-Gesellschafterkreis aus Kostengründen einem Wechsel des Firmensitzes zustimmen würde. Er hatte 1998 die Satzung geändert und Hamburg als Stammsitz gewählt. Bislang galt, dass DPA seinen Platz am Ort der Bundesregierung hat. An DPA sind 191 Verleger, Verlage und Rundfunkanstalten beteiligt.

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