dmexco: Online-Werbung will nicht mehr nerven

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Online-Werbung will nicht mehr nerven

Kreative Videos, mobile Werbung für den Laden um die Ecke und auf Zielgruppen zugeschnittene Kampagnen - auf der Messe dmexco tauschen Experten fürs digitale Marketing ihre Zukunftsrezepte aus. Dem Internet-Nutzer wird versprochen: Online-Werbung soll weniger nerven.
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dpa KÖLN. Eher lästig, aber unvermeidlich - diese Einstellung zur Werbung wollen die Manager für das digitale Marketing überwinden.

Manche gehen dabei so weit, dass sie Werbung zum Content, zum erwünschten Inhalt erklären. Gute Werbung werde zu einer interessanten Geschichte, die im Netz weitergetragen werde, sagt Google-Manager Benjamin Faes in seiner Eröffnungsrede zur Fachmesse dmexco in Köln. Dort blicken die Werbefachleute zwei Tage lang in die Zukunft und bahnen neue Geschäfte an.

Die laufen ausgesprochen gut. Nach dem Krisenjahr 2009 soll es in diesem Jahr in Deutschland ein Plus von 19 Prozent auf ein Gesamtvolumen von mehr als fünf Mrd. Euro geben - so die am Mittwoch zum Auftakt der Fachmesse vorgestellte Prognose im Online- Vermarkterkreis (OMK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW).

Diese Umsätze sind allerdings das Bruttovolumen - das um Rabatte und andere Abschläge bereinigte Nettovolumen nannte der Verband nicht. Es soll aber ebenfalls zweistellig wachsen.

Damit liegt die Werbung im Internet mit einem Anteil von 18,8 Prozent am gesamten Werbeaufkommen nur noch knapp hinter der Zeitung (19,5 Prozent). Das meiste Geld wird für Fernsehwerbung ausgegeben - hier liegt der Anteil bei 38,8 Prozent.

"Online-Werbung kann mehr", sagt Christian Muche von den dmexco-Veranstaltern. Die digitale Werbung habe technische Möglichkeiten, die es bei TV und Print nicht gebe. Außerdem wünscht sich Muche ebenso wie Google-Manager Faes vor allem bei Werbevideos mehr Kreativität: "Da ist viel Potenzial bei Werbetreibenden und Agenturen, das bislang noch nicht genug ausgeschöpft wurde."

Der Löwenanteil der Internet-Werbung entfällt bislang auf die klassischen Formen der Display- oder Bannerwerbung und dem Geschäft mit bevorzugt platzierten Links in Suchmaschinen. Die 355 Aussteller und die sich am Mittwoch im Konferenzraum drängenden Besucher reden aber vor allem über neue Formen der digitalen Werbung, die jetzt verstärkt aufs Handy drängt. Im ersten Halbjahr zählte der BVDW 545 Werbekampagnen für mobile Geräte, gut 50 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

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  • Mehr Kreativität bei Werbevideos ist eigentlich kein Problem - dazu müssten aber Werbungtreibende erstmal akzeptieren, dass sie für diesen Kanal ein neues und passendes Werbemittel konzipieren und produzieren lassen müssen. Wir sind eine junge Neugründung und erleben immerwieder, dass Kunden nur ihre bereits bestehenden Werbefilmchen ins Netz stellen wollen, statt etwas neues, creativeres und vor allem maßgeschneidertes in Auftrag zu geben. Das nervt nicht nur uns - sondern zurecht auch die User! Eine Online-Video-Kampagne wie die zur Zeit gefeierte Tipp-Ex-Kampagne(Hunter shoots a bear) auf YouTube ist jetzt zum richtigen Zeitpunkt Wasser auf die Mühlen für kreativere und mutigere Online-Werbevideos! in diesem Sinne: die Zukunft wird kreativ - aber Kreativität kostet Geld!!!

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