Domeyer hofft auf Freispruch
Ex-Metabox-Chef Domeyer beteuert seine Unschuld

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Hildesheimer Metabox AG, Stefan Domeyer, hat den Vorwurf der Kursmanipulation zurückgewiesen. Die Veröffentlichung von Ad-hoc-Mitteilungen sei seine "gesetzliche Pflicht" gewesen, sagte Domeyer am Montag.

HB HILDESHEIM. Domeyer muss sich seit Montag vor dem Hildesheimer Landgericht verantworten, weil er im Jahr 2000 durch falsche Angaben in Ad-hoc-Mitteilungen den Börsenkurs der am Neuen Markt notierten Metabox-Aktie manipuliert haben soll. Die Veröffentlichung der Mitteilungen sei seine "gesetzliche Pflicht" gewesen, sagte Domeyer zum Prozessauftakt: "Niemals habe ich mich von persönlichen Motiven leiten lassen." Metabox vermarktete Boxen, die den Internet-Anschluss mit dem Fernsehgerät ermöglichen sollten.

Die Vorwürfe der Anklage beziehen sich auf zwei Ad-hoc- Mitteilungen aus dem Jahr 2000: In einer Meldung vom 10. April kündigte die Metabox AG einen Vertrag mit einer nicht näher bezeichneten Firma über den Kauf von 500 000 so genannter Set-Top- Boxen vom Typ Phoenix an. Laut Staatsanwaltschaft gab es jedoch nur einen unverbindlichen Vorvertrag mit einem israelischen Kabelnetzbetreiber. Domeyer bezeichnete die Vereinbarung jedoch in seiner Aussage am Montag als verbindlichen Vertrag, der zur Abnahme von 500 000 Geräten verpflichtete.

In einer weiteren Ad-hoc-Mitteilung vom 28. Juni 2000 gab die Metabox einen Vorvertrag mit einer dänischen Firma über den Kauf von Phoenix-Geräten an. Die in der Mitteilung genannte Inter-Nordig wurde jedoch erst drei Tage später gegründet, wie Domeyer am Montag eingestand. "Ich habe erst am 28. Juni Kenntnis von dem Vorvertrag erhalten", sagte Domeyer. Die Ad-hoc-Mitteilung habe sein damaliger Geschäftspartner Peter White geschrieben.

Nachdem Metabox seit 2001 am Neuen Markt notiert war, wechselten die Hildesheimer im April 2002 an den Geregelten Markt. Ende 2002 wurde das Insolvenzverfahren gegen das Unternehmen eröffnet. Domeyer beteuerte am Montag wiederholt seine Unschuld. "Ich hoffe, dass ich die berufliche und persönliche Rehabilitation in diesem Prozess durch einen Freispruch erreiche", sagte Domeyer.

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