Donald Rumsfeld
Vom Kriegsherrn zum Karrierecoach

Er ist eine der umstrittensten Figuren der US-Politik: Donald Rumsfeld. Der Ex-Verteidigungsminister, Ex-Stabschef und Ex-CEO hat viele Karrieren hinter sich. Wie man so erfolgreich wird, schildert er in einem Buch.
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WashingtonEr war Marinepilot, Fluglehrer und Lehrer für Fluglehrer. Abgeordneter, Botschafter, Stabschef im Weißen Haus. Vorstandschef eines Pharmakonzerns und Aufsichtsrat. Zwei Mal Verteidigungsminister, unter Präsident Gerald Ford und George W. Bush. Und Chefstratege der Kriege im Irak und in Afghanistan.

Donald Rumsfeld hat viele Karrieren hingelegt. Heute, im Alter von 80 Jahren, ist er Pensionär – und will nun anderen beibringen, wie man das so anstellt mit der Karriere. „Rumfeld`s Rules“, „Rumsfelds Regeln“, heißt sein neues Buch, das seit Anfang der Woche in den USA erhältlich ist.

In Hunderten von Merksätzen, garniert mit Anekdoten, erklärt er darin, worauf es ankommt beim Aufstieg und wo die Fallen stehen. Die Regeln stammen zum Teil von anderen großen Geistern („von Konfuzius zu Clausewitz zu Churchill zu Sunzi“), und sie sind die Essenz dessen, was Rumsfeld über die Jahrzehnte an Gedanken aufgeschrieben und lange in einem Schuhkarton aufbewahrt hatte. 

Regeln wie diese hier: „Wenn Du ganz unten anfängst, sei bereit, von jenen an der Spitze zu lernen“. Oder diese: „A-Manager stellen A-Manager ein. B-Manager stellen C-Manager ein“. „Meide nicht scharfe Kanten“, gehört auch zur Sammlung.

Es ist nicht ganz klar, wen Rumsfeld mit seinen Regeln eigentlich anspricht: Für junge Berufsanfänger im Wirtschaftsleben ist ebenso etwas dabei wie für Stabsmitarbeiter des Präsidenten. Offiziere und Geheimdienstler sollen von ihm lernen, genauso wie Unternehmenschefs mit Abneigung gegenüber der Presse.

Oft klingen die Regeln leider wie Kalendersprüche („Arbeite hart und gut. Dann wird der nächste Chef vielleicht Du sein“), die Tipps sind mitunter bekannt aus jedem anderen beliebigen Karriere-Ratgeber.

Und doch bleibt man beim Lesen hängen, denn es ist immerhin Donald Rumsfeld, der hier schreibt. Interessant wird es deshalb immer dann, wenn er seine Thesen mit Anekdoten würzt, von Richard Nixon über John F. Kennedy, von Margaret Thatcher bis Saddam Hussein. Der Mann ist lebende Geschichte, er hat einfach viel gesehen.

Kommentare zu " Donald Rumsfeld: Vom Kriegsherrn zum Karrierecoach"

Alle Kommentare

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  • Den Artikel "Syrien bringt Raketen gegen Israel in Stellung" dürfen wir auch nicht kommentieren - aber diesen Rumsfeld-Mist, den dürfen wir. Die schöne Welt des Handelsblattes - ganz spezialdemokratisch.

    Tja, Syrien will sich in Zukunft wehren, wenn es von Israel angegriffen wird. Na so was ! Ist das denn erlaubt ?

  • Brilliante Analyse und 100%ige Zustimmung.

    Waren Buffet hat es doch ganz klar gesagt: "Es tobt der Krieg Arm gegen Reich und wir werden ihn gewinnen"

    Ungezügelter Kapitalismus scheint zwingend zur Diktatur zu führen.

  • Widerlich.

    Das schau ich lieber stundenlang in eine verstopfte Kloschüssel auf der Bahnhofstoilette als von dieser entmenschlichten Kreatur ein Buch zu lesen.

    Dieser Mann gehört zu der Gruppe, die die Bevölkerung dieses Planeten gerne auf 500 Millionen eindampfen würden.

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