Doppelte Staatsbürgerschaft
Würth will Österreicher werden

Der Unternehmer Reinhold Würth bemüht sich um die österreichische Staatsbürgerschaft. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der "Stuttgarter Nachrichten". Demnach prüfen die österreichischen Behörden derzeit einen Antrag Würths auf Erteilung der Staatsbürgerschaft.

HB STUTTGART. Würths deutsche Staatsangehörigkeit wolle der 73-jährige Unternehmer dennoch behalten. Das zuständige Innenministerium in Wien lehnte dem Blatt zufolge Auskünfte zu dem Fall des Prominenten ab.

Eine Sprecherin von Würth bestätigte dem Blatt die Pläne des Firmengründers: "In der Europäischen Union ist die Zugehörigkeit zu zwei Staatsbürgerschaften nichts Ungewöhnliches." Für eine doppelte Staatsbürgerschaft brauche der Betreffende jedoch eine Ausnahmegenehmigung der Behörden. In einem vertraulichen Schreiben an die Regierung in Wien, das den "Stuttgarter Nachrichten" vorliegt, hat der Schraubenmilliardär die Absicht erklärt, seinen Wohnsitz nach Salzburg zu verlegen.

Zu den Hintergründen für den Staatsbürgerschaftsantrag wollte sich die Sprecherin nicht äußern. Zuletzt war mehrfach spekuliert worden, der Firmen-Patriarch wolle Baden-Württemberg verlassen. Als mögliche Gründe wurden seine Unzufriedenheit mit der deutschen Steuerpolitik und seine Verärgerung über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen ihn wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung genannt. Im Sommer war die Akte gegen Zahlung eines Strafbefehls in Millionenhöhe geschlossen worden. Würth gilt seitdem als vorbestraft.

Die Firmengruppe beschäftigt weltweit 65 000 Menschen und hat im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz von 8,49 Mrd. Euro erzielt. Vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass die Würth-Gruppe ihre Auslandsaktivitäten künftig komplett aus Rorschach (Schweiz) steuert. Der Stammsitz in Künzelsau wird nur noch für das Inlandsgeschäft zuständig sein.

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