Dort, wo alles begann
Lufthansa: Swiss-Chef Franz kehrt zurück

Swiss-Chef Christoph Franz kehrt zurück zu seinen Wurzeln: Der Lufthansa-Aufsichtsrat beschloss am Donnerstag die Einrichtung eines vierten Vorstandspostens für den 49-Jährigen und wählte den gebürtigen Hessen auch gleich noch zum stellvertretenden Vorstandschef. Damit sind die Karten um die Nachfolge auf den Posten von Lufthansa-Chef Wolgang Mayrhuber neu verteilt.

FRANKFURT. Samstag in einer Woche hat Christoph Franz Geburtstag. 49 Jahre wird er dann alt. Ob dieser Tag in seiner Geburtsstadt Frankfurt oder an seinem Arbeitssitz Zürich gefeiert wird, das ist nicht bekannt. Wohl aber, dass der nächste Jahrestag, der 50ste im Leben des Luftfahrtmanagers, in der Main-Metropole Frankfurt stattfinden wird.

Christoph Franz, derzeit Chef der Swiss, kehrt zurück: in seine Heimat, in den Schoß der Swiss-Mutter Lufthansa und an den Ort, wo seine berufliche Laufbahn begonnen hat. Am Donnerstag beschloss der Aufsichtsrat die Einrichtung eines vierten Vorstandspostens „Passage“. Die neue Aufgabe soll Franz zum 1. Juni übernehmen.

Damit nicht genug: Franz wurde zugleich zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden gekürt, ein klares Signal, wer bei der Nachfolge von Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber die besten Karten hat. „Franz steuert einen der wichtigsten Bereiche, auf den es in den kommenden Jahren entscheidend ankommen wird“, heißt es im Umfeld der Lufthansa.

Bis zuletzt deutete vieles darauf hin, dass das Kontrollgremium Franz nicht direkt mit seiner Berufung auch die Stellvertreter-Weihe verleihen würde. Aufsichtsratschef Jürgen Weber, der Vorgänger Mayrhubers, wolle hier vorsichtig agieren und dies in zwei Schritten machen, hatte es in Lufthansa-Kreisen geheißen. Dann kam es doch anders. „Mit Christoph Franz holen wir einen ausgewiesenen Experten in den Vorstand der Lufthansa“, sagte Weber im Anschluss an die Sitzung.

Allerdings bekommt Franz entgegen den Spekulationen nicht die wichtige Verantwortung für die Beteiligungen der Lufthansa. Dies ist künftig Aufgabe des bisherigen Personalvorstands Stefan Lauer und des neu geschaffenen Ressorts „Verbund-Airlines und Konzernpersonalpolitik“.

Die Kranich-Linie hat sich lange schwergetan mit der Thronfolge. Bereits seit zwei Jahren wird in schöner Regelmäßigkeit der Name Franz genannt. Dann wieder wurde Carsten Spohr, derzeit Chef der Frachttochter Cargo, gespielt. Auch die beiden amtierenden Vorstände Stephan Gemkow (Finanzen) und Stefan Lauer (Personal) stehen auf der Kandidatenliste.

„Die Lufthansa hat einen enormen Pool an sehr fähigen Managern. Aber Franz wäre für den Spitzenjob sicher eine gute Wahl“, sagt ein Lufthansa-Manager. Er sei nicht nur ein exzellenter Stratege. „Er ist vor allem ein integrativer Mensch mit einer großen sozialen Kompetenz.“ Wesenszüge, die auch von der Arbeitnehmerseite bestätigt werden.

Genau die würde Franz bei einer Berufung an die Konzernspitze benötigen. Lufthansa ist seit Monaten in Sachen Konsolidierung im europäischen Markt unterwegs. Die Fluggesellschaft hat Brussels Airlines übernommen und hat Gleiches mit der österreichischen Gesellschaft AUA sowie BMI aus Großbritannien vor, so denn die kritischen EU-Kartellaufseher die Vorhaben durchwinken werden.

Seite 1:

Lufthansa: Swiss-Chef Franz kehrt zurück

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%