Douglas Daft tritt als Chef von Coca-Cola ab und hinterlässt eine Fülle ungelöster Probleme
Ein eher trübes Finale

Der mächtigste Brause-Boss der Welt geht in den Ruhestand: Nach nur fünf Jahren im Amt will Coca-Cola-Chef Douglas Daft Ende 2004 abtreten. Dafts Rückzug von der Spitze der Coca-Cola Company hat die Mitarbeiter „nicht wirklich überrascht“, wie aus dem Konzernumfeld verlautet. Denn schon beim Amtsantritt des heute 60-Jährigen galt die Eroberung des Chefsessels des weltweit bekanntesten Getränkeherstellers als „sein Finale“.

DÜSSELDORF. Offiziell heißt es, Daft trete auf „eigenen Wunsch“ zurück. Kollegen gegenüber äußerte Daft, er wolle in Zukunft öfter angeln gehen.

Daft hinterlässt ein Unternehmen mit vielen Problemen – und bisher ohne Kandidaten für seine Nachfolge. Die größten Chancen auf den Chefsessel werden innerhalb des Konzerns dem bisherigen Vize Steve Heyer eingeräumt. Mit der externen Suche nach einem Nachfolger wurde eine Headhunter-Firma beauftragt, teilte der Softdrink-Konzern aus Atlanta im US-Bundesstaat Georgia mit.

Daft geht bald angeln, den Ärger wird sein Nachfolger am Hals haben. Gegen den Konzern ermitteln das US-Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC wegen Betrugs. Ein ehemaliger Angestellter hatte den Getränkehersteller verklagt und behauptet, bei der Firma seien Marketingtests gefälscht und Geld auf unzulässige Weise verschoben worden. Doch es gibt noch weit mehr Baustellen im Konzern. Das macht sich auch am Aktienkurs fest. Als Daft den Chefposten übernahm, kostete ein Coca-Cola-Papier 52,31 Dollar, heute sind es nur noch 51.

Böse Zungen behaupten deshalb, der zunehmende Ärger habe Daft in die Rente getrieben. „Die Fülle rechtlicher und geschäftlicher Probleme haben ihm das Leben schwer gemacht“, sagte der unabhängige Berater Manny Goldman. Er kritisiert, dass Daft die Brocken hinschmeiße, bevor er die Probleme gelöst habe. Dies sei der falsche Zeitpunkt, die Firma zu verlassen. „Daft tritt vermutlich nicht aus freien Stücken zurück“, vermutet Goldman deshalb. Coca-Cola bestreitet jedoch einen Zusammenhang zwischen den Ermittlungen und dem offensichtlich von langer Hand geplanten Rücktritt des Vormanns.

Bei der Ankündigung seines Rücktritts tritt Daft nicht als Verlierer auf. Vielmehr erinnert er an die Erfolge seiner vergleichsweise kurzen Amtszeit: Die Verschlankung des Unternehmens mit dem Abbau Tausender von Stellen, gleichzeitig seien neue Produkte auf den Markt gekommen wie etwa Vanilla-Coke. „Ich bin sehr stolz darauf, was wir erreicht haben. Besonders zufrieden bin ich mit unserem letzten Jahresergebnis und den sehr guten Aussichten für 2004.“ Dafts Fazit: Das Unternehmen sei gewachsen, das Marketingsystem gesunder und die Marken seien heute stärker.

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