Douglas Tompkins
Esprit-Gründer stirbt bei Kajak-Unfall

Erst machte er mit Mode von Esprit und North Face Geld. Dann setzte er sein Vermögen ein, um Wälder in Chile zu retten. Jetzt ist Douglas Tompkins mit 72 Jahren gestorben – bei einem Unfall in seiner geliebten Natur.

SantiagoDer wohlhabende US-Geschäftsmann und Umweltaktivist Douglas Tompkins ist in Chile beim Kajakfahren verunglückt. Der Mitgründer der Modemarken The North Face und Esprit sei am Dienstag mit fünf anderen Personen auf einem See im südchilenischen Patagonien unterwegs gewesen, als ihre Paddelboote gekentert seien, teilte die Gesundheitsbehörde der Region Aysén mit. Er sei in einem Krankenhaus in der Stadt Coyhaique an Unterkühlung gestorben. Douglas Tompkins wurde 72 Jahre alt.

Laut Angaben des chilenischen Militärs hatten starke Wellen auf dem Lago General Carrera für das Kentern der Kajaks der Gruppe gesorgt. Drei Personen seien von einem Patrouillenboot gerettet worden, die drei anderen habe ein Hubschrauber aus dem Wasser geholt.

„Er hatte das Bewusstsein verloren und atmete nicht“, sagte der Arzt Carlos Salazar lokalen Fernsehsendern über den Zustand, in dem Tompkins in das Krankenhaus eingeliefert worden sei. Die Stadt Coyhaique liegt rund 1700 Kilometer südlich der chilenischen Hauptstadt Santiago.

„Für die Umweltbewegung, nicht nur in Chile, sondern international, ist (Tompkins' Tod) ein großer Verlust“, sagte Sara Larrain, die Leiterin einer chilenischen Umweltgruppe und langjährige Freundin von Tompkins. „Er war jemand, der all seine Energie, all sein Vermögen und seinen Geist in den Erhalt von Ökosystemen gesteckt hat.“

Nach seinem Rückzug in den Ruhestand im Jahr 1989 setzte sich Tompkins für den Umwelt- und Naturschutz ein. Er kaufte Hunderttausende Hektar Land in Patagonien, einer spärlich bevölkerten Region mit wilden Flüssen und anderen Naturschauspielen im Süden Chiles und Argentiniens. Auf seinem Land in Chile rief er den 290.000 Hektar großen Pumalin-Park ins Leben, dessen Wälder, Seen und Fjorde sich von den Anden bis zum Pazifik erstrecken.

Tompkins kaufte Land, um es vor der Ausbeutung zu schützen. Manchmal war er auch in lokale Umweltangelegenheiten in Chile und Argentinien involviert. Viele rechnen ihm hoch an, dass er das Bewusstsein für Schäden gestärkt habe, die Großprojekte der Menschen wie Dämme in Ökosystemen anrichten können. Im Juni hatte Tompkins gemeinsam mit seiner Frau Kristine den Kieler Weltwirtschaftspreis erhalten.

Tompkins war in den 1960er-Jahren einer der Gründer der Outdoor-Bekleidungsfirma The North Face. Wenige Jahre später gründete er gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau mit Esprit ein weiteres Bekleidungsunternehmen.

„Doug war ein leidenschaftlicher Anwalt für die Umwelt“, teilte The North Face mit. Sein Vermächtnis sei, dass er Plätze in der Natur gesichert habe, die so noch von Generationen entdeckt werden könnten.

We are all deeply saddened by the news of Douglas Tompkins' passing. Doug was special to many of us. He founded The...

Posted by The North Face on Mittwoch, 9. Dezember 2015
Agentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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