Dr. Ricardo M. Alvarez ist Rechtsanwalt und Unternehmensberater bei Deloitte Business Consulting GmbH und MBA Student an der IE (Instituto de Empresa, Madrid)
Ricardo M. Alvarez: Lebendes Werk statt starrer Ordnungsrahmen

Der Rechtsanwalt und Unternehmensberater bei Deloitte Business Consulting und MBA-Student am Instituto de Empresa in Madrid sieht durchaus Gründe, die für die Einführung einer Art „Code of business ethic“ sprechen.

Die Sinnhaftigkeit und Bedeutung eines umfangreichen, d.h. eines über den bloßen „Hypocrathic Oath“ hinausgehenden „Code of business ethic“ oder um der hier zu entwickelnden Ansicht vorwegzugreifen, eines „Code of integrative business ethic“.

1. Stand der Diskussion

Eingangs möchte ich den aktuellen Stand der Diskussion zusammenfassend darstellen. Professor Angel Cabrera stellte vergangenen September, anläßlich eines Treffens des World Economic Forums in Genf, die Behauptung auf, dass ein Manager zu einem Berufsstand gehöre oder zumindest gehören könnte. Dieser sollte näher zu bestimmenden ethischen Richtlinien unterworfen sein. Bei der Bestimmung des Berufsstands wurde ebenso wie bei den aufzustellenden Richtlinien eine Analogie zu denen eines Mediziners und zum hippokratischen Eid gezogen.

Diese Analogie sah sich gewisser, auch berechtigter Kritik ausgesetzt. Philosophische, aber vor allem pragmatische Argumente wurden dagegen ins Feld geführt. Ein Vergleich sei nur schwer zu ziehen, aufgrund der historischen Entwicklung und Bedeutung des Medizinerstatus und infolge des beim Management fehlenden bzw. anonymen Adressaten. Daneben seien strategische Managemententscheidungen weniger eindeutig als ärztliche Entscheidungen, denn letztere könnten schließlich bei Vorliegen eines objektiven Datenbestands eines Patienten wissenschaftlich nachvollzogen werden. Für viele Managemententscheidungen kann es mithin ein schlechtes Gewissen kaum geben, da es keine optimale Entscheidung gibt.

Es wurden aber auch Gründe genannt wie: der Inhalt des Eides sei als Ganzes widersprüchlich und im Detail zu unscharf, um in konkreten Entscheidungssituationen eine geeignete Hilfestellung zu bieten. Und schließlich: wie soll dieser Eid oder diese Verpflichtung durchgesetzt werden, da die Schulen nicht über die entsprechenden Zwangsmittel verfügen.

2. Entwicklung der Ansicht

Meine Ansicht möchte ich anhand dieser Zweigliederigkeit der Kritik entwickeln. Es stellt sich zunächst die Frage, ob dieser Eid eine Bedeutung haben kann, die über die des Aufsehenserregens hinausgeht. Und zum Zweiten, inwiefern dieser Eid umgesetzt und später durchgesetzt werden kann.

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