Dresdner-Bank
Trübe Aussichten für Walter

Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter muss sich auf ein niedrigeres Gehalt einstellen: Zwar wirken sich die Einschnitte bei den Vorstandsgehältern der Commerzbank auf seine Bezüge vorerst noch nicht aus. Doch dies wird sich mit dem Jahreswechsel ändern.

FRANKFURT Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter kann sich freuen. Die Einschnitte bei den Vorstandsgehältern der Commerzbank wirken sich auf seine eigenen Bezüge vorerst nicht aus, denn bis zum Jahresende bleiben beide Institute rechtlich voneinander unabhängig.

Die Folge: Bis zum Jahresende dürfte Walter, der als einziger Dresdner-Manager in die Vorstandsebene der Commerzbank einrücken wird, deutlich mehr verdienen als sein künftiger Vorgesetzter, Commerzbank-Chef Martin Blessing. Denn Walter erhielt 2007 ein Grundgehalt inklusive Nebenleistungen von 745 000 Euro, hinzu kamen Bonuszahlungen in Höhe von rund 1,1 Mio. Euro sowie aktienbezogene Vergütungen von knapp 1,1 Mio. Euro, wie aus dem Vergütungsbericht der Dresdner-Mutter Allianz hervorgeht.

Für Commerzbank-Vorstände ist dagegen schon in diesem Jahr bei 500 000 Euro Schluss, so sehen es die Regeln bei der Inanspruchnahme des Rettungsfonds vor. Das bedeutet bei einem Grundgehalt von 480 000 Euro, dass die variablen Bonuszahlungen 2008 und 2009 gestrichen werden. Davon wäre nach der Dresdner-Übernahme dann auch Walter betroffen. Commerzbank-Chef Blessing, der bisher bereits ein Fixgehalt von 760 000 Euro verdient, muss sogar wieder Geld zurücküberweisen. "Ich bekomme für November und Dezember keine Gehaltszahlung, sondern eine Lastschrift", sagte er.

Blessing hatte 2007 als einfacher Vorstand inklusive Bonuszahlungen noch gut vier Mal so viel verdient. Der damalige Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller erhielt insgesamt sogar 3,2 Mio. Euro.

Künftig spielt der Commerzbank-Chef damit in einer deutlich kleineren Liga. Zum Vergleich: Wolfgang Schumacher, der Vorstandschef des Immobilienfinanzierers Aareal Bank, erhielt im vergangenen Jahr 500 000 Euro als Fixgehalt und verdiente 2007 inklusive variabler Gehaltsbestandteile 1,4 Mio. Euro. Allerdings ist die Aareal Bank mit einer Bilanzsumme von 40,2 Mrd. Euro auch deutlich kleiner als die Commerzbank mit einer Bilanzsumme, die Ende 2007 noch bei 616,5 Mrd. Euro lag.

Die Gehaltsdeckelung, die der Rettungsfonds vorschreibt gilt nur für Vorstände, also nicht für die darunter liegende Management-Ebene der Bereichsleiter. Ein Commerzbank-Sprecher wollte sich auf Anfrage allerdings nicht dazu äußern, ob die zweite Führungsebene nun vorübergehend besser verdient als die eigenen Vorstände.

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