Drogerie-Insolvenz
Schlecker-Kinder gehen in Revision

Lars und Meike Schlecker legen Revision gegen ihre Haftstrafen im Schlecker-Prozess ein. Das Verfahren landet nun vor dem Bundesgerichtshof. Die Verteidiger dürften dabei auf zwei kritische Punkte zielen.
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StuttgartAnton Schleckers Kinder Lars (46) und Meike (44) finden sich nicht mit dem Urteil und Haftstrafen ab. Beide haben am Dienstag Revision eingelegt, erklärte ein Gerichtssprecher und bestätigte damit einen Bericht des Handelsblatts. Die Kinder des Ex-Drogeriekönigs waren am Montag zu Haftstrafen von zwei Jahren und neun Monaten (Lars) beziehungsweise zwei Jahren und acht Monaten (Meike) verurteilt worden, unter anderem wegen Insolvenzverschleppung, Untreue und Beihilfe zum Bankrott.

Vater Anton Schlecker war mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen. Sein Anwalt ist noch dabei, das Urteil gegen den 73-Jährigen zu prüfen. Auch die Staatsanwaltschaft hat noch nicht entschieden, ob sie Revision einlegen wird. Sie hat dazu eine Woche Zeit.

Für die Revision ist der Bundesgerichtshof (BGH) zuständig. Der BGH erhebt dabei – anders als ein Berufungsgericht – im Regelfall keine Beweise. Es entscheidet nur darüber, ob das Urteil des Landgerichts auf Rechtsfehlern beruht. Es gibt beim Urteil durchaus Ansatzpunkte beim Ermessen des Strafmaßes, bei denen ein Bundesrichter auch zu einem anderen Ergebnis kommen könnte.

Entscheidender Punkt bei der Verurteilung der Kinder war der Vorwurf der Untreue bei einer Gewinnentnahme von 7 Millionen Euro bei LDG, und das nur zwei Tage vor der Insolvenz des Schlecker-Konzerns.. Die LDG in der Rechtsform GmbH war für die Belieferung der Schlecker-Laden mit Waren zuständig.

Der Richter bezeichnete Lars und Meike Schlecker als „faktische Geschäftsführer“, obwohl sie auf dem Papier nur die Gesellschafter waren. Der Richter begründete das damit, dass Meike und Lars Schlecker die wesentlichen Entscheidungen für die Gesellschaft gefällt hätten und nicht die ordentlichen Geschäftsführer.

Als „faktische Geschäftsführer“, die zudem um den Zustand des einzigen Kunden Schlecker wussten, fallen sie unter das GmbH-Gesetz und hätten deshalb die Entnahme nicht tätigen dürfen. Der Richter wertete das als Untreue in einem besonders schweren Fall. Die spätere Rückzahlung an den Insolvenzverwalter schützt vor Strafe nicht. Der Richter verschob aber wegen der Rückzahlung den Strafrahmen mit der Höchststrafe von bis zu zehn Jahren nach unten. Für eine Bewährungsstrafe reichte es dennoch nicht.

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Anwälte könnten bei der Zeitfrage ansetzen

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  • Ein echter Pleitier geht nicht in den Knast, Schulungen wären hier für Anfänger sind notwendig. Wo bleibt die IHK ?

  • Warum wird im Landgericht nicht protokolliert und schon gar nicht eine Videoaufzeichnung der Verhandlung angefertigt? Alle Robenträger sind doch grundsätzlich ehrlich und würden niemals eine Zeugenaussage verdrehen.

    In anderen europäischen Ländern wird schon seit vielen Jahren selbst in Amtsgerichten alles auf Video mitgeschnitten. Das fehlende Protokoll im Gericht öffnet Tür und Tor für die richterliche Willkür. Wenn Richter und Staatsanwalt nichts im Schilde führen, warum wird dann der Forderung der Verteidigung nach einem Protokoll seit Jahrzehnten nicht nachgegeben?

  • Dass bei diesem inhabergeführten Unternehmen die Kinder des Unternehmers härter bestraft werden sollen als der Unternehmer selbst, das ist schon eine Kuriosität.
    Soll behauptet werden, sie hätten entgegen ihrem Chef und Vater gehandelt?

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