Duales System Deutschland geschädigt
Betrugsverfahren gegen Trienekens vorläufig eingestellt

Das Betrugsverfahren gegen den früheren Müllunternehmer Hellmut Trienekens wird vorläufig eingestellt. Dem 66-Jährigen wird vorgeworfen, er habe sich an einem Betrug zu Lasten des Dualen Systems Deutschland in zweistelliger Millionenhöhe beteiligt.

HB KÖLN. Es sollten aber zunächst weitere Verfahren gegen den herzkranken Trienekens abgewartet werden, in denen eine deutlich höhere Strafe zu erwarten sei, sagte Staatsanwalt Siegmar Raupach am Freitag und bestätigte einen Bericht der „Kölnischen Rundschau“.

Wegen des Gesundheitszustands des 66-Jährigen drohe der voraussichtlich „sehr komplexe und umfangreiche“ Betrugsprozess mit mehreren Angeklagten zu einem praktisch endlosen Verfahren zu werden, da Trienekens nur für wenige Stunden am Tag verhandlungsfähig sei. In dem Betrugsverfahren wird gegen mehr als ein Dutzend Verdächtige ermittelt, darunter auch Ex-Manager der Trienekens AG. Sie sollen laut Staatsanwaltschaft gemeinsam angeklagt werden.

Trienekens war beim Prozess wegen Steuerhinterziehung im September nur für drei Stunden am Tag verhandlungsfähig. Gegen das Urteil, eine zweijährige Bewährungsstrafe und eine Geldauflage von zehn Mill. €, hatte er Revision eingelegt. Zudem gibt es Raupach zufolge noch zwei Verfahren in Köln und zwei in Bonn gegen Trienekens. In den beiden Kölner Verfahren gehe es um den Verdacht der Beihilfe zur Untreue und um Schmiergeldzahlungen zu Lasten der Trienekens AG. „Wir konzentrieren uns nun zunächst auf diese beiden Fälle, die wohl zügig abgeschlossen werden können“, sagte Raupach.

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