„Durchschnittsverbraucher“-Urteil II
OLG Hamburg: „moderner“ Verbraucher versteht Ironie

In einem Hörfunkwerbespot einer Betriebskrankenkasse wurde die Behauptung aufgestellt, dass manche Krankenkassen wie ein nicht "anspringendes" oder "orgelndes" Auto seien, die werbende Krankenkassen aber wie ein Formel I - Rennwagen. Eine konkurrierende Krankenkasse hatte gegen diese Behauptung geklagt.

Die Richter des Oberlandesgerichts (OLG) Hamburg wiesen nun die Klage einer konkurrierenden Krankenkasse gegen diesen Hörfunkspot mit der Begründung zurück, dass der durch das entsprechende Geräusch untermalte Text vom Verbraucher schon richtig als Einstieg in den Werbespot verstanden werde.

Er sei es gewohnt, dass Werbung mit Aufmerksamkeit erheischenden Witzchen, Bildern und Texte arbeite, die mit der Lebenswirklichkeit nichts zu tun hätten, um sich aus der Unzahl von Werbebotschaften abzuheben. Er erkenne, daß es sich eine satirische Behauptung handele, die nur dazu diene, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und lege die Worte nicht auf die Goldwaage.(37/03)

OLG Hamburg vom 23. 1. 2003 ; Az. 5 U 176/02

Rückfragen zum Urteil beantwortet Ihnen gerne Dr. Peter .

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