Dusel scheinen beide gepachtet zu haben
Frech, blauäugig und erfolgreich

Hubertus Sprungala, 39, und Richard Radtke, 38, zeichnet sowohl als Unternehmer als auch im Privaten etwas aus, was Sprungala einmal als „Mut aus Unkenntnis“ bezeichnet hat. Die Gründer der Berliner K-fee AG sind seit ihrer Schulzeit in Aachen dicke Freunde und haben bei einer gemeinsamen Weltumseglung „dem Teufel ein Ohr abgesegelt“.

DÜSSELDORF. Als Unternehmer bewiesen sie bisher ebensolchen Wagemut – und wurden belohnt. Seit dem Sommer wird ihr Energy-Drink „K-fee“ von Pepsi-Cola vertrieben und verfügt jetzt über das geeignete Potenzial, um im Markt für Kaffeedrinks den Wettbewerb mit Nahrungsmittelmultis wie Nestlé aufzunehmen. In einem wachsenden Markt mit „Canned Coffee“ will die K-fee AG ihren Marktanteil bis zum Jahr 2006 von sieben auf 34 Prozent steigern.

Unternehmensberater Sprungala und Radtke, ein Ex-Investmentbanker, legten schon bei der Markteinführung ihres Muntermacher-Getränks vor vier Jahren eine gewisse Blauäugigkeit – ähnlich wie bei ihrem zweijährigen Segeltörn – an den Tag. Auf einer Stippvisite in Japan hatten die beiden Weltenbummler den Boom von kalten und warmen Kaffeegetränken aus der Dose bemerkt und wollten das Erfolgsrezept auch auf den deutschen Markt übertragen.

So verkaufen sie damals ihre hochseetüchtige Segelyacht und lassen mit dem Geld in Singapur 300 000 Dosen ihres Kaffeegetränks herstellen. Pünktlich zur Welternährungsmesse Anuga wollen sie 1999 mit der Werbung starten. Doch drei Tage vor Messebeginn flattert den beiden das dringliche Schreiben eines Mitbewerbers auf den Schreibtisch. Kein Geringerer als der Weltkonzern Nestlé, Hersteller des Konkurrenzprodukts „Nescafé Xpress“, beanstandet die Bezeichnung von K-fee als „echter, frisch gebrühter Milchkaffee“ und erzwingt die Unterlassung per einstweiliger Verfügung.

Sprungala und Radtke packt das kalte Grauen, denn in dem Projekt stecken die gesamten Ersparnisse des Duos. Noch am gleichen Tag machen sie sich auf zur deutschen Nestlé-Zentrale in Frankfurt. Tatsächlich gelingt es ihnen, den damaligen Deutschland-Chef Hans G. Güldenberg in einem Meeting zum Nachgeben zu bewegen. Sie einigen sich mit ihm auf eine Übergangsfrist. „Die Nestlé-Leute wussten mehr über unser Produkt als wir“, erinnert sich Sprungala.

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