EADS

„Major Tom“ ersetzt seinen Rüstungschef

Der umstrittene Chef der EADS-Rüstungssparte Cassidian, Stefan Zoller, ist entlassen worden. Zoller wird durch seinen bisherigen Stellvertreter Gerwert ersetzt. EADS-Chef Tom Enders verspricht sich neue Impulse.
Update: 03.09.2012 - 17:42 Uhr 7 Kommentare
Schwierigkeiten beim Export: Cassidian-CEO Stefan Zoller geht. Quelle: AFP

Schwierigkeiten beim Export: Cassidian-CEO Stefan Zoller geht.

(Foto: AFP)

ParisDer neue Chef des Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS, Tom Enders, hat den Leiter der Rüstungssparte Cassidian überraschend abgelöst. Zwischen Enders und dem langjährigen Cassidian-Chef Stefan Zoller habe es Differenzen gegeben. Bei Strategie und Organisation des Unternehmens seien sie sich nicht einig geworden, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Montag aus Unternehmenskreisen. Neuer Chef der Rüstungssparte ist Bernhard Gerwert, bisher Leiter des operativen Geschäfts.

„Bernhard Gerwert wird Cassidian die neue Richtung und Impulse geben, die notwendig sind“, sagte Enders. Entscheidend sei, dass das Unternehmen sein Geschäft auf die Bereiche konzentriere, „die dauerhaft umsatzstark und profitabel sind“.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von EADS Deutschland, Thomas Pretzl, erwartet von Gerwert einen stärkeren Akzent auf dem Militärflugzeug-Geschäft. Gerwert habe lange die Sparte Military Air Systems im bayerischen Manching geleitet, „da kennt er sich aus, und das sehen wir sehr positiv“, sagte Pretzl am Montag der dpa. Als lokaler Betriebsratschef auch in Manching kenne er Gerwert schon lange als „Partner, der vertrauenswürdig für uns ist und mit dem wir gut zusammenarbeiten können“.

Der französischen Zeitung „Les Echos“ zufolge hatte sich ein Streit zwischen dem damaligen Airbus-Chef Enders und Zoller bereits vor eineinhalb Jahren abgezeichnet. Der damalige EADS-Konzernchef Louis Gallois habe sich aber nicht eingemischt, da er die Sache „für eine Angelegenheit unter Deutschen“ gehalten habe.

Enders hatte damals argumentiert, dass Zollers Umbau der Rüstungssparte eine engere Zusammenarbeit mit Airbus Military behindern könnte. Die Airbus-Tochter stellt Tankflugzeuge und Militärtransporter wie den neuen A400M her.

Kein radikaler Kurswechsel erwartet
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7 Kommentare zu "EADS: „Major Tom“ ersetzt seinen Rüstungschef"

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  • Herrn Gerwert - den ich persönlich kenne und schätze - wünsche ich eine stabile Gesundheit bei den Aufräumarbeiten in diesem verlotterten militärischen Bereich. Die durch öffentliche Aufträge und Managementfehler der Vergangenheit in der ersten Ebene geschaffenen unwirtschaftlichen Strukturen können - wenn überhaupt - erst in Jahrzehnten mit einem entsprechenden Managementverschleiss verändert werden.Aber diese Verhältnisse sind Herrn Gerwert ja bereits seit Beginn seiner beruflichen Laufbahn bei EADS im Werk Nabern - welches aus den genannten Gründen keinen Bestand hatte - bestens bekannt.Mit Interesse werde ich verfolgen, was über Herrn Gerwert in 1 - 2 Jahren zu lesen sein wird.

  • Anmerkung;der Arbeitsgerichts-Termin ist am 05.10.2012 um 09:30 Uhr Arbeitsgericht München EADS gegen.... öffentlich

  • Es ist anzunehmen dass Dr. Zoller das letzte Mosaik-Steinchen in der Führungsrochade bei Cassidian ist. Schwere Verstöße gegen den EADS - Ethik- Codex, Verstöße gegen die Menschenrechte, Mobbing, Bedrohung, Kündigungen gegen Mitarbeiter die Skandale anzeigten, geduldet und zum Teil mitgetragen von der Personalführung.Selbige wurde hochgelobt und versetzt. Rheinmetall-Bremen darf sich über einen Mobbingfachmann erfreuen, Daimler Stuttgart über eine ehemalige Personalreferentin, die ebenfalls Hoch involviert war,München über eine Anlaufstelle für Mobbingberatung mit aktiver Vorgeschichte usw.Das Büro Dr. Zoller war seit langem informiert ohne tätig zu werden. Der Eindruck dass massiv vertuscht werden sollte, drängt sich auf. Auch Dr. Enders ist seit Monaten informiert, Hilferufe an ihm, blieben unbeantwortet. So haben demnächst die Arbeitsgerichte in München ( Okt. ) zu entscheiden. Auch die Politik ( Dr. Peter Hintze und die Staatskanzlei des Freistaates Bayern )sind zwischenzeitlich informiert worden. Ab Ende Oktober werde ich den Print - und Funk - Medien die gesamten Vorgänge zukommen lassen. Selbige sind aus Sicherheitsgründen bei einer spanischen Kanzlei deponiert.

  • Gerwert dürfte das machen, was Enders bei Airbus auch gemacht hat. Alle Bereiche die nicht ganz so wichtig sind, und nicht wie gewünscht laufen, abstoßen. Allein vier weitgehend selbständige Bereiche arbeiten von Cassidian absolut erfolglos an Drohnen. Der Cybersecurity ist auch ein großer Flop. Das größte Problem dürfte dabei, Käufer für die Problembereiche zu finden, da diese oft von Bundeswehr Aufträge abhängig sind. Woanders konnte man lesen, dass man sich auf Eurofighter und Raketen konzentrieren wolle. Da dürfte einiges Verkauft, oder Verselbständigt werden. Gerwert will seine Strategie in wenigen Wochen bekannt geben.

  • Der Koller mit Stefan Zoller,
    Seit Jahren versuchte St.Z. mit Erfolg große Teile der Mitarbeiter zu frustrieren. Ständige Umorganisationen, Kürzungen, unverständliche Personalentscheidungen, oberflächliche Marktstrategien. Alles trug die Handschrift von St. Z.
    Glückwunsch zu Bernhard Gerwert, welcher genau das Gegenteil verkörpert. Klare Richtung, Seriosität.
    Ich wünsche ihm alles Gute

  • Die Spanier bezahlen die von Cassidian gebauten Teurofighter schon nicht mehr, daher pausiert die Produktion. Eher früher als später werden die anderen EF Partner die Produktion des EF nochmal aus Geld gründen strecken. Und Indien kann sich schon die künstlich billig gerechnete Rafale nicht leisten. So ein EF dürfte mit allen drum und dran über 100 Mio kosten. Ansonsten hat C nur Kleinkram im Programm, und ein neuer Umsatzbringer ist nicht mal in Sicht. Bei der Euro Drohne, wo die Industrieanteile schon an EADS vorbei vergeben wurden, dürfte man kaum auf 30 Stück kommen. Die Expansion nach Brasilien ist auch gescheitert.
    Ergo, man redet sich die Zukunft schön, hat aber keinen Plan, wie man die drohenden Umsatzeinbrüche Kompensieren kann. Solange die Dummen Aktionäre das nicht merken, ist ja alles in Butter.

  • Wir stellen fest: Während Deutschland seine sämtliche nennenswerte Luftfahrtindustrie über die DASA in die EADS eingebracht hat, die ihren Hauptsitz in Frankreich hat und mehr und mehr von dort aufgelöst und fremdbestimmt wird, haben die wie üblich cleveren Franzosen zusätzlich noch ihr Alstom sowie Dassault und weitere bewahrt.

    Ein Hoch auf unsere treudoofe Dumpfbacken, die von einem grundsätzlich möglichen fairen Deal mit den Franzosen träumen...

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