Ebay
Krach in der Familie

Der neue Vorstandschef John Donahoe versucht, das Kerngeschäft von Ebay wieder in Schwung zu bringen - bislang aber ohne Erfolg. Außerdem muss er die enttäuschten Aktionäre zufriedenstellen.

DÜSSELDORF. John Donahoe wirft Fotos aus seiner Kindheit an die Wand des McCormick-Kongresszentrums in Chicago, Fotos, die ihn in ulkigen kurzen Hosen zeigen oder zusammengerollt schlafend auf der Couch. Er lässt an diesem Tag im Juni seine Eltern vor die versammelte Ebay-Gemeinde treten und sie ins Publikum winken. Und er sagt Sätze wie diese: "Wir sind wie eine Familie. Wir sitzen um den Küchentisch und diskutieren, manchmal werden die Diskussionen ein wenig hitzig."

Man könnte sogar sagen, dass es in der Ebay-Familie schon seit längerem kräftig kracht. Da sind die Aktionäre, die angesichts des stetig sinkenden Kurses schon seit drei Jahren kein Geld mehr verdienen. Da sind die Kunden, von denen sich inzwischen viele beim Konkurrenten Amazon besser bedient fühlen. Und da sind die Ebay-Händler, die über immer schlechtere Bedingungen klagen.

Seit gut 100 Tagen leitet Donahoe das weltweit größte Internet-Auktionshaus und hat alle Hände voll damit zu tun, die vielen erhitzten Gemüter zu besänftigen. Dafür reichen ordentliche Quartalszahlen allein nicht aus, wie sie Donahoe in der Nacht auf Donnerstag präsentierte. Auch die Seele der Ebay-Familie will gestreichelt werden. Deshalb zieht er an diesem Tag auf der jährlichen Ebay-Konferenz alle Register - und die Fotos aus der Mottenkiste.

Seine Vorgängerin Meg Whitman hatte den Job Ende März an Donahoe weitergereicht. Sie führte Ebay zehn Jahre und formte aus dem kleinen Online-Flohmarkt einen Weltkonzern mit zuletzt 7,7 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Gegen Ende ihrer Amtszeit ließ die jahrelang hochgelobte Vorzeigemanagerin aber die Zügel ein wenig schleifen und übergab Ebay in einem Zustand, den Politiker wohl als Reformstau bezeichnen würden.

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