Eckhard Cordes
Ein harter Chef - mit zu vielen Gegnern

Wochenlang wurde über die Zukunft von Konzernchef Eckhard Cordes bei der Metro spekuliert, jetzt schafft der Manager Fakten und kündigt seinen Weggang an. Cordes hat bei der Metro kaum einen Stein auf dem anderen gelassen - und sich damit nicht nur Freunde gemacht.
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DüsseldorfMetro-Chef Eckhard Cordes war nie zimperlich. Seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren krempelte er den Handelskonzern konsequent um. Weltweit fielen dabei 19.000 Stellen weg. Doch am Ende war der 60-Jährige vor allem damit beschäftigt, um seinen eigenen Arbeitsplatz zu kämpfen. Mit seiner Härte hatte er sich viele Gegner gemacht.

Den Ruf als entschlossener Sanierer hat Cordes schon lange. Bei Mercedes-Benz startete er 2005 ein milliardenschweres Sparprogramm, das mit dem Abbau von weltweit etwa 16.000 Stellen verbunden war. Cordes wurden Chancen auf die Nachfolge von Vorstandschef Jürgen Schrempp eingeräumt. Nachdem die Wahl auf Dieter Zetsche gefallen war, verließ Cordes nach mehr als 30 Jahren den Stuttgarter Autobauer.

Vom Schwabenland wechselte der promovierte Betriebswirt ins Ruhrgebiet, trat als Vorstandschef beim Familienkonzern Haniel in Duisburg an. Nachdem Haniel die Beteiligung am Handelskonzern Metro kräftig aufgestockt hatte, stieg Cordes 2007 doch noch zum Chef eines Dax-Unternehmens auf: Bei Metro startete er ebenfalls ein rigoroses Sparprogramm. Andere Erwartungen wie den Verkauf der Warenhauskette Kaufhof erfüllte er nicht.

Eine große Chance im Warenhausgeschäft sah Cordes, als Karstadt 2009 pleiteging. Der forsche Manager machte sich gegen Staatshilfen für Karstadt stark und wollte große Teile der Essener Kette der Metro-Tochter Kaufhof zuschlagen. Die Pläne schlugen allerdings fehl, Karstadt kam als Ganzes aus dem Insolvenzverfahren heraus.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wen ein Manager nicht die Voraussicht über die gestaltung von künftigen Verkaufplattformen der Zukunftkunden besitzt und auf längst überholte Kaufhauskonzepte aus den 50ziger Jahren setzt, darf man sojemanden nicht an die Spitze wie die Metro setzen.
    Auch bei der Komplexität der vorherrschenden Mehrheitsverhältnisse bei der Metro kann man die Verkaufsform des Internethandels einführen.Wenn man auch hier die Gesellschafter gemäß ihrer jeweiligen Mehrheit miteinbindet und nicht ausschließt, gelingt dies.

  • Mit 60 Jahren wird Cordes wohl nix mehr angeboten kriegen - zu alt fürs Spitzenmanagement, der Gute.
    Er hat aber vorher seine Millionen von Teuros in Sicherheit gebracht.
    Vielleicht gibts noch den „Goldenen Handschlag“ vom Metro-Konzern zum 61.

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