Eckhard Cordes
Metros neuer starker Mann

Eckhard Cordes baut seine Macht bei Deutschlands größtem Handelskonzern aus. Seit Freitag besitzt sein Arbeitgeber Haniel die Mehrheit am Düsseldorfer Handelsriesen, wenn auch nur im Bündnis mit der Duisburger Kaufmannsfamilie Schmidt-Ruthenbeck. Drohen der Metro harte Einschnitte?

DÜSSELDORF. Das Störfeuer gegen ihn war ohne Beispiel in den vergangenen Monaten. „Herr Cordes hat bei Haniel in Duisburg schon seinen Schreibtisch geräumt“, souffliert ein PR-Berater am Telefon. Der Mann habe sich mit der Eigentümerfamilie überworfen. Ein anderer berichtet, Cordes habe seine Villa verkauft, um sich in Süddeutschland niederzulassen. Von fehlender „Demut“ Cordes' gegenüber der Haniel-Familie schrieb die „Wirtschaftswoche“. Das habe zu einem tiefen Zerwürfnis geführt.

Als Quelle der offenbar absichtlich gestreuten Falschmeldungen vermutet Ex-Metro-Vorstand Hannjörg Hereth Berater, die in den Diensten der Metro stehen, wie er auf der jüngsten Hauptversammlung vorbrachte. Konzernchef Hans-Joachim Körber weist solche Anschuldigungen als unhaltbar zurück. Doch das Verhältnis zwischen ihm und seinem Aufsichtsratschef Eckhard Cordes gilt dennoch als angespannt.

Im Machtkampf mit Körber hat Cordes nun seit dem Wochenende einen weiteren Trumpf in der Hand. Seit Freitag besitzt sein Arbeitgeber Haniel die Mehrheit am Düsseldorfer Handelsriesen, wenn auch nur im Bündnis mit der Duisburger Kaufmannsfamilie Schmidt-Ruthenbeck.

In den Tagen zuvor baute Haniel die Beteiligung an der Metro um 15,7 Prozent auf nun 34,2 Prozent aus. Auch die Schmidt-Ruthenbecks kauften 2,6 Prozent hinzu und poolten ihren Anteil mit dem Nachbarn aus Duisburg. Zusammen besitzen die beiden Metro-Gründerfamilien damit jetzt 50,01 Prozent der Aktien.

Mit seinem schon lange erwarteten Vorstoß bei der Metro hat sich der ehemalige Mercedes-Chef Cordes überraschend viel Zeit genommen. Schon im Februar vergangenen Jahres hatte er den Interims-Aufsichtsratschef Theo Siegert an der Spitze des Metro-Kontrollgremiums abgelöst. Doch der Einfluss des neuen Haniel-Chefs auf die Geschäftspolitik der Metro blieb bescheiden. „Die Metro-Beteiligung ist für Haniel das mit Abstand wichtigste Asset“, wunderte sich noch vor kurzem der Chef eines großen Frankfurter Finanzinvestors, „bislang hat sich Cordes aber damit begnügt, die Anteile zu verwalten“. Dafür, meinen kritische Beobachter, hätte die Familie Haniel keinen Macher wie Cordes einzustellen brauchen.

Das aber könnte sich nun schlagartig ändern. Man wolle die Metro so aufstellen, dass sie langfristig wertorientiert arbeiten kann, sagte Cordes am Freitag dem Handelsblatt und wurde dann deutlicher: „Bei der Prüfung dieser Frage kann es keine Tabus geben.“ Dass er hart sanieren kann, hat der stets elegant gekleidete 56-Jährige bei Mercedes bewiesen.

Was ihm aber nun bei der Metro konkret vorschwebt, verrät er nicht. Die Einschnitte könnten am Ende aber gravierend sein. Finanzinvestoren, die den Konzern beobachten, halten die Struktur der Metro für aufgebläht. Zu lange habe man die renditeschwache Tochter Real durchgezogen, und auch der Kaufhof bringe den Konzern wegen der hohen Kapitalbindung und schwachen Performance nicht weiter. Sie raten der Metro, sich auf die Ertragsbringer Cash & Carry sowie Mediamarkt/Saturn zu konzentrieren und die übrigen Töchter zu verkaufen.

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