Eckhard Cordes „Osteuropa meldet sich zurück“

Der Metro-Chef ist am Donnerstag zum neuen Vorsitzenden des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft gewählt worden. Im Handelsblatt-Interview spricht Eckhard Cordes über die neue Dynamik in Osteuropa, wie Außenhandelspartner Russland sich modernisieren muss und welche Chancen das für deutsche Unternehmen bietet.
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Eckhard Cordes: Der neue Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft sieht eine neue Dynamik in Osteuropa. Quelle: DAPD

Eckhard Cordes: Der neue Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft sieht eine neue Dynamik in Osteuropa.

Das Geschäft der deutschen Wirtschaft mit Mittel- und Osteuropa hat sich jetzt wieder positiv entwickelt. Hat diese Region die Krise überwunden?

Eckhard Cordes: Ohne Frage ist die konjunkturelle Dynamik nach Ost- und Mitteleuropa zurückgekehrt. Allerdings ergibt sich kein einheitliches Bild. In Bulgarien, Rumänien und Ungarn überzeugt die Entwicklung derzeit noch nicht. Dagegen ist die Situation in Russland erfreulich. Man kann davon ausgehen, dass dort ein Wachstum von über vier Prozent erreicht wird. Die deutschen Exporte nach Ost- und Mitteleuropa entwickeln sich im Moment besser als die Exporte in die USA oder nach Westeuropa. Mein Fazit: Osteuropa meldet sich zurück. Und es sieht so aus, als sei die Gefahr eines Rückschlages gebannt.

Handelsblatt: Russland spielt als Außenhandelspartner Deutschlands traditionell eine wichtige Rolle. Wie bewerten Sie die Modernisierungsdynamik in Russland?

Cordes: Dass Russland grundlegend modernisiert werden muss, ist unbestritten. Der politische Wille dafür ist eindeutig da, die Umsetzung, also die politische Implementierung, läuft allerdings nicht immer so, wie es sein sollte. Ganz aktuell gibt es eine Entwicklung, die wir aufmerksam beobachten müssen, nämlich die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise, insbesondere die Ölpreise.

Die russische Wirtschaft wird von wenigen Großunternehmen dominiert. Wird sich das ändern?

Wir raten der russischen Regierung dringend, stärker auf kleine und mittlere Unternehmen zu setzen. Die russische Regierung hat erkannt, dass es eines Impulses durch einen innovativen Mittelstand bedarf, um die Modernisierung entscheidend voranzutreiben. Außerdem sieht die Regierung, dass die wirtschaftliche Dynamik ohne grundlegende Verbesserung der Infrastruktur schnell an Grenzen stoßen wird. Massive Investitionen sind hier aus meiner Sicht unerlässlich.

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