Ehemaliger Worldcom-Chef vor Gericht
Ebbers fühlt sich unschuldig

Nach dem Bilanzbetrug des Telekom-Konzerns Worldcom muss sich nun der ehemalige Chef Bernard J. Ebbers im größten Insolvenzfall der US-Geschichte vor Gericht verantworten. Bei seinem ersten Gerichtsauftritt in dem Verfahren erklärte Ebbers sich jedoch für strafrechtlich nicht schuldig.

HB/dpa OKLAHOMA CITY. Ebbers' Erklärung vor dem Landesgericht in Oklahoma City war sein erster Gerichtsauftritt, seit der Bilanzbetrug des Telekom-Konzerns Worldcom in Höhe von elf Mrd. Dollar (zehn Mrd Euro) bekannt geworden war.

Ebbers (62) drohen bei einem Schuldspruch des Gerichts zehn Jahre Gefängnis und eine Strafe von 10 000 Dollar für jeden Betrugsvorwurf. Das berichtete das „Wall Street Journal“ am Donnerstag in seiner Onlineausgabe. Ebbers hinterlegte 50 000 Dollar Kaution.

Worldcom, Ebbers und mehreren anderen ehemaligen Worldcom-Managern werden Verstöße gegen Wertpapiergesetze des US-Bundesstaates Oklahoma vorgeworfen. Es wurde eine Vorverfahrens-Anhörung für den 30. Oktober angesetzt.

Die Bundesstaatsanwaltschaft in New York und andere US-Behörden untersuchen den gigantischen Worldcom-Bilanzbetrug und Ebbers' Rolle darin seit mehr als einem Jahr. Es wurden jedoch bisher weder Worldcom noch Ebbers angeklagt. Der frühere Worldcom Finanzchef Scott Sullivan wurde hingegen des Betrugs bezichtigt; er hat sich nicht schuldig bekannt.

Worldcom firmiert inzwischen als MCI. Die Steuerbehörden von mindestens neun US-Staaten wollen nach Darstellung der Zeitung die MCI-Bücher und -Unterlagen prüfen. Sie wollen feststellen, ob das Unternehmen zu geringe Landessteuern gezahlt hat.

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