"Ehrenvolles Angebot"
Korruptionsbekämpfer Schaupensteiner wechselt zur Bahn

Der profilierte Korruptionsbekämpfer Wolfgang Schaupensteiner übernimmt einen neuen Posten bei der Deutschen Bahn. Der 58-Jährige soll Bahnchef Hartmut Mehdorn direkt zugeordnet sein und sich um die Bekämpfung und Vorbeugung illegaler Praktiken kümmern.

HB BERLIN. Schaupensteiner ist seit 1993 in Frankfurt als Oberstaatsanwalt Leiter der Abteilung zur Korruptionsbekämpfung. Er erregte mit zahlreichen Verfahren auch bundesweit Aufsehen, so unter anderem in Bestechungsaffären bei den Frankfurter Einrichtungen Messe und Flughafen sowie bei der Bahn. Nach eigenen Angaben hat seine Abteilung allein 15 Korruptionskomplexe bei der Bahn mit zusammen mehr als 200 Beschuldigten bearbeitet. Die Bahn hat nach eigenen Angaben in den vergangenen sechs Jahren 430 Korruptionsfälle aufgedeckt und davon 124 Fälle angezeigt.

Eine Sprecherin des hessischen Justizministeriums bestätigte Informationen des Radiosenders hr-Info, wonach Schaupensteiner nach fünf Jahren in den Staatsdienst zurückkehren kann. Er sei für diese Zeit ohne Bezüge beurlaubt. Man erhoffe sich von dem „ehrenvollen Angebot“ zum Wechsel einen fruchtbaren Erfahrungsaustausch mit der Wirtschaft, von dem jüngere Ermittler profitieren könnten.

In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa lobte Schaupensteiner die bisherigen Anti- Korruptionsmaßnahmen seines neuen Arbeitgebers. Bislang sei er ausschließlich repressiv tätig gewesen und wolle nun selbst versuchen, seine guten Ratschläge zur Prävention in die Praxis umzusetzen. Die Bahn vergibt jährlich Aufträge in Milliardenhöhe und hat seit dem Jahr 2000 eine Anti-Korruptions-Organisation.

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