Eike Batista
In Rekordzeit kein Milliardär mehr

So schnell wie Eike Batista ist noch kein Milliardär abgestürzt. Der vor kurzem noch achtreichste Mensch der Welt ist endgültig pleite. Gläubiger können sich auf langes Insolvenzverfahren einstellen.
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São PauloMit der Insolvenzerklärung des brasilianischen Ölkonzerns OGX können sich die Gläubiger darauf vorbereiten, dass sie noch lange auf ihr Geld warten müssen – im besten Fall. Denn die finanzielle Situation des Ölkonzerns prekär: Es sitzt auf Schulden in Höhe von insgesamt 5,1 Milliarden Dollar. Davon gehören 3,6 Milliarden Dollar ausländischen Bondhaltern. Das ist vor allem die Allianz-Tochter Pimco, der weltgrößte Anleihehändler, Mubadalla, der Investmentfonds Abu Dhabis sowie der Investmentfonds Blackrock aus den USA. 500 Millionen Dollar schuldet das Unternehmen seinen Zulieferern, der Rest staatlichen und privaten Banken sowie dem brasilianischen Staat in Form von Steuerkrediten. Auf den brasilianischen Finanzmärkten wird der Wert der noch dem Konzern gehörenden Förderlizenzen und -gerät auf rund 2,5 Milliarden Dollar geschätzt. Der Ölkonzern verfügt jedoch kaum über eine Einnahmequellen, weil sich alle der 120 Bohrlöcher als trocken oder kommerziell zu unergiebig erwiesen haben.

Die einzige Hoffnung für den Konzern besteht jetzt darin, dass er die Produktion im verbleibenden Konzessionsgebiet „Tubarão Martelo“ („Hammerhai“) startet, um das dort erhoffte Vorkommen anzuzapfen. Ein Gutachten der Ölspezialisten deGolyer & MacNaughton hat die dort vermuteten Reserven bestätigt, wenn auch auf einem geringeren Niveau als bisher angenommen. Insgesamt könnte OGX dort mit Einnahmen von rund 17 Milliarden Dollar rechnen. Doch die Gläubiger haben sich in den letzten Wochen geweigert, neues Geld nachzuschießen. Zu oft haben sich die Prognosen für OGX in der Vergangenheit als wenig realistisch erwiesen. Wie hoch der notwendige Investitionsbedarf dort ist, lässt sich schwer einschätzen. In den Verhandlungen der letzten Wochen gaben OGX.-Manager den Betrag erst auf 500 Millionen Dollar an und reduzierten ihn schrittweise auf noch 75 Millionen Dollar – das hat auch nicht gerade die Vertrauensbasis zwischen Schuldner und Gläubiger vergrößert.

Inzwischen reagieren Investoren wie Gläubiger allergisch, wenn der 56-jährige Batista sich in die Verhandlungen einmischt. So brach der indonesische Ölkonzern Petronas, der 40 Prozent des Ölfeldes „Tubarão Martelo“ kaufen wollte, die Verhandlungen ab, als Batistas kurzerhand das Management von OGX mitten in den Gesprächen entließ und selbst die Verhandlungen übernehmen wollte. Zeitweise drei verschiedene Teams ließ der Brasilianer parallel mit Investoren und Gläubigern treffen.

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