Management
Ein Sprinter für Skandia

Irgendwie passte es zusammen: Angeschlagen präsentierte er sich der Öffentlichkeit, angeschlagen ist auch der Konzern, den er ab 1. Januar kommenden Jahres führen soll.

STOCKHOLM. Hans-Erik Andersson, 53, wird Konzernchef des größten schwedischen Versicherers, Skandia. Mit bandagiertem Arm tauchte er auf seiner Vorstellungspressekonferenz auf. Mit harten Bandagen wird er auch gegen den Sumpf kämpfen müssen, der seit Monaten Skandia umgibt: Veruntreuung von Geldern, dubiose Geschäfte zwischen Tochtergesellschaften und Mutterkonzern, Luxuswohnungen für Topmanager, Rücktritte und Rausschmisse – beim einstigen Börsenliebling Skandia kam in den letzten Monaten so alles zusammen, was ein gutes Drehbuch für einen Krimi aus der Finanzbranche ausmacht.

Der frühere 400-Meter-Läufer, der für das schwedische Nationalteam antrat, braucht einen langen Atem, um das Vertrauen in den Finanzkonzern wiederherzustellen. Immerhin fühlen sich Hunderttausende Skandia-Kunden von ihrer Versicherung betrogen, haben sie letztendlich das Luxusleben einiger Direktoren über Prämien finanziert.

Andersson, der nach seiner Läuferkarriere erfolgreich Rallyes fuhr, kennt Skandia gut: Zwischen 1987 und 1992 und noch einmal zwischen 1997 und 1999 war er dort tätig, zuletzt als Vice President, verantwortlich für Sachversicherungen. 1999 ging er nach einem Zerwürfnis mit dem Konzernchef. Zuletzt war er Nordeuropa-Chef für den amerikanischen Versicherungs- und Finanzkonzern Marsh & McLennan.

Ganz Sportsmann, zeigt er jetzt Kampfwillen. „Skandia ist ein gutes Unternehmen“, sagt er fast beschwörend. Allerdings muss er zunächst einmal Schwedens enttäuschte Versicherungsnehmer überzeugen.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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