Einbruch
Versicherte in der Beweispflicht

Dass ein Einbruch gewaltsam gesehen sei, muss im Zweifel der Kunde einer Hausratversicherung beweisen. Gelingt das nicht, muss der Versicherer nicht zahlen.

Der Schreck war groß, als eine Frau aus dem Urlaub zurückkam, die Wohnungstür offen stand und Schmuck und Pelze gestohlen waren. Die Hausratversicherung weigerte sich zu zahlen: Die Tür weise keine Spuren gewaltsamen Eindringens auf. Alles spreche dafür, dass die Bestohlene die Tür einmal statt doppelt abgeschlossen habe. In diesem Zustand reiche laut Gutachten aber "einfacher Druck", um die Tür zu öffnen.

Die Pelzliebhaberin hielt dagegen: Der Dieb habe per Werkzeug ein Fenster geöffnet, sich die Wertsachen gegriffen, die Tür von innen mit dem Ersatzschlüssel vom Schlüsselbrett aufgeschlossen und offen stehen lassen. Das Oberlandesgericht Karlsruhe glaubte ihr nicht: Das Szenario sei denkbar, aber unwahrscheinlich (19 U 140/05). Die Frau habe nicht bewiesen, dass der Täter nur mit Gewalt in die Wohnung gelangen konnte. Deshalb müsse die Assekuranz nicht zahlen.

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