Eine der letzten großen Persönlichkeiten der Nachkriegszeit
Musterbeispiel des Wirtschaftswunders

Eine der letzten großen Frauen des deutschen Wirtschaftswunders, die Grande Dame der Mode-Medien, hat das Heft aus der Hand gegeben: Die Verlegerin Aenne Burda starb, wie der Burda Verlag gestern bekannt gab, in der Nacht zum Donnerstag im Kreise ihrer Familie in Offenburg. Sie wurde 96 Jahre alt.

DÜSSELDORF. Wenn dereinst Anthropologen die Massenkultur unseres Zeitalters analysieren, seien drei Dinge wichtig, meinte mal Trendforscher Peter Wippermann: Marken, Medien und Mode. Dafür brauche man als Beispiel nur eine Zeitschrift: Burda Moden. Aenne Burda war die Verkörperung dieses Medium. Wohl kaum eine Persönlichkeit prägte das äußere Bild der Frau im Nachkriegs-Deutschland so wie diese energische Verlegerin.

Anna Magdalena Lemminger wurde als Tochter eines Lokomotivführers in Offenburg geboren. Schon als Kind war sie eine Kämpfernatur. Ihr Sternzeichen war Löwe. Das Mädchen wollte nichts anziehen, was ihr nicht gefiel, und nichts tun, was ihr nicht passte.

Auf die Klosterschule wollte sie – und setzte es durch. Die Schuljahre waren eine Qual. Die Mitschülerinnen ließen Anna Magdalena spüren, dass sie aus kleinen Verhältnissen stammte. Um anerkannt zu werden, musste sie nicht nur gut sein, sondern besser sein, als die anderen.

Eigentlich wollte sie nach der Schule als Au-pair-Mädchen nach Holland. Hätte ihr Vater sie damals nicht in eine Lehre im Offenburger Elektrizitätswerk gedrängt, wäre sie als 18-Jährige wohl kaum beim Geldeintreiben bei säumigen Kunden dem Sohn des Buchdruckereibesitzers Franz Burda begegnet.

Es muss Liebe auf den zweiten Blick gewesen sein. „Ich war nicht gleich begeistert von ihm“, gestand sie, „ich hatte damals noch einen anderen im Kopf.“ Doch Franz Burda jun. war hartnäckig. Nach zweijähriger Verlobungszeit heirateten die beiden, das war 1931. Im Abstand von vier Jahren kamen die drei Söhne Franz, Frieder und Hubert zur Welt. Aenne Burdas Zwischenbilanz: „Ich fühlte mich reich.“

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