Eine Ein-Frau-Kampagne reist um den Globus
Clevere Kämpferin für eine bessere Welt

Noreena Hertz lehrt in Cambridge, schreibt Bestseller und ist ein Star der Globalisierungsgegner. Sie kämpft für die Entschuldung von Entwicklungsländern - und eckt mit ihrem Idealismus oft an.

LONDON. Podium und Publikum könnten kaum handverlesener sein, doch das beeindruckt Noreena Hertz nicht. Die schlanke blonde Frau im Leopardenmuster-Kleid und hohen Stiefeln will ihre Meinung zum Thema Hilfe für Afrika loswerden, und Bill Clinton, Bill Gates und Südafrikas Präsident Thabo Mbeki sollen sie ebenso hören wie die tausend Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums in der überfüllten Davoser Kongresshalle.

Ungeduldig rutscht Noreena Hertz auf ihrem Sitz in der ersten Reihe herum, den sie unter souveräner Missachtung des Schildes „Reserviert für Delegation Nigerias“ eingenommen hat. Kaum hebt die Moderatorin zum Schlusswort an, springt sie auf, läuft zur Mitte der Bühne vor und reckt den Arm in die Höhe. Vergeblich: Eine deutsche Bischöfin kommt vor ihr dran.

Kaum hat diese die Frage beendet, schnappt sich Hertz das Mikrofon. Gleich zwei Hostessen versuchen, ihr das Mikro zu entwinden. Aber Hertz hält sie auf Armeslänge. Erst ein strenger Sicherheitsbeamter kann ihr das Mikro abnehmen. Er verweist sie auf ihren Platz, wo sie innerlich kochend ausharrt – ohne ihre Meinung loszuwerden.

„Niemand hat doch das eigentliche Problem angesprochen“, ereifert sie sich anschließend. „Wenn IWF und Weltbank nicht gründlich reformiert werden, wird die Entschuldung der ärmsten Länder nie klappen.“

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