Eines der einfachsten Instrumente zur Kostensenkung ist die Rangliste
Sparen bis zum Selbstmord

Wer blindwütig die Kosten beschneidet, erwischt auch die grünen Triebe und schadet dem Unternehmen.

Haben Sie schon mal versucht, mit dem Hammer eine Fischbüchse zu öffnen? Was beim Büchsenöffnen auf der Hand liegt, ist beim Kostensenken im Unternehmen offenbar nicht mehr so klar: Es gibt geeignete und weniger geeignete Methoden. Bei der Kostensenkung werden Methoden nicht auf Eignung geprüft, sondern einfach angewandt. Hauptsache Methode.

Eine der am weitesten verbreiteten ist die Rasenmäher-Masche: „Alle Budgets werden um X Prozent gekürzt!“ Das heißt: Strategische und für das Überleben des Unternehmens entscheidende Stärken werden genauso gestutzt wie Überkapazitäten, C-Bereiche, Steckenpferd- Projekte und Verlustbringer. So spart man sich buchstäblich zu Tode. Vor allem auch, weil die Belegschaft still sabotiert: „Wir drehen seit Jahren jeden Pfennig um und werden genauso zusammengestrichen wie die Verschwender von der Nachbarabteilung?“ Logisch, dass nach einer derart eklatanten Ungerechtigkeit selbst der Kostenfrömmste vom rechten Glauben abfällt und fortan das Geld zum Fenster rauswirft.

Noch immer häufig verwendet wird die Gemeinkosten-Wertanalyse. Nicht so sehr, weil sie so schön die Kosten senkt (sie tut es nicht), sondern weil man sie in jedem Lehrbuch nachlesen kann (eine fragwürdige Empfehlung). Dabei provoziert die Methode geradezu taktisches Verhalten (Fachausdruck für Lügen) und zerstört nachweislich das Betriebsklima, ohne dabei im Regelfall überzeugende und vor allem dauerhafte Kostensenkungen zu bringen.

Bessere Ergebnisse lassen sich zum Beispiel das Zero-Base-Budgeting (ZBB) erzielen. Es eliminiert einen der schlimmsten Kostentreiber, den Inkrementalismus. Dieser steht für das Phänomen, dass selbst in kassenknappen Zeiten die Budgets einfach auf Vorjahresbasis fortgeschrieben werden.

So ist bei einem mittelständischen Werkzeugbauer der Pro-Kopf- Spesensatz für die Kundenbetreuung in den letzten Jahren stetig überinflationär gestiegen, und inzwischen bei üppigen 150 Euro angelangt. Der Vertriebscontroller tarnte sein ZBB, indem er die einfache Frage stellte: „Leute, wie viel Geld sollte man sinnvoll pro Kunde und Abend ausgeben?“ Es kam eine Zahl weit unter 150 Euro heraus.

*Die Autorin ist Senior Consultant bei Memconsult in Kutzenhausen bei Augsburg. www.memconsult.de

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