Einkaufsprofi und Europa-Chef Hiroto Saikawa
Nissans Joker für die USA

Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn übergibt Hiroto Saikawa eine Schlüsselposition im Konzern: Der Japaner wird ab April neuer Chef des Amerika-Geschäfts von Nissan. Er soll die Probleme auf dem wichtigen Markt lösen.

FRANKFURT/TOKIO. Bisher war Saikawa im Vorstand des japanischen Autoherstellers für den Einkauf zuständig und Vorsitzender des Management-Komitees für Europa. Seit er 1977 bei Nissan anfing, hat er vor allem im Einkauf Karriere gemacht. Das sollte aber nicht dazu verleiten, seine Bedeutung zu unterschätzen.

Saikawa gehört zum Kreis von Managern, dem Ghosn, seit er vor zwei Jahren die Doppelfunktion als Nissan- und Renault-Chef übernommen hat, die Leitung von Nissan in Japan übergab. Die japanische Mannschaft hat den Auftrag, das fortzuführen, was Ghosn bei Nissan verändert hat. Er hat den japanischen Autohersteller in einer Krise übernommen und saniert. Er senkte insbesondere die Kosten – und vor allem die hohen Einkaufspreise.

Saikawa und Ghosn optimierten den Einkauf. Der Japaner leitete vor der Ankunft Ghosns die Beschaffung mehrerer Sparten, dann die Abteilung Einkaufsstrategie und bis 2005 die Einkaufsorganisation. Nun aber verlässt er sein Spezialgebiet und übernimmt in Amerika eine heikle Aufgabe: Nissan kämpft als einziger japanischer Autobauer mit Problemen auf dem US-Markt, hat im vergangenen Jahr seine Gewinnziele verfehlt und musste Ende Februar ein Abfindungsprogramm für über 6 000 Mitarbeiter auflegen.

Bisher steuerte Ghosn das Nordamerika-Geschäft – zusätzlich zu seinen Rollen als Chef von Nissan und des Partnerunternehmens Renault. Jetzt gibt der als Supermanager gefeierte Vorstandschef die Zuständigkeit ab. Experten werten dies als Zeichen, dass er mit der Doppelfunktion an seine Grenzen stößt. Er selbst hatte schon im Februar im Handelsblatt gesagt: „Sollten eines Tages die Nachteile die Vorteile überwiegen, werden wir die Führungsfrage neu diskutieren. Da gibt es kein Dogma.“

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