Einkaufszettel
Buffett wartet auf Anrufe aus Deutschland

Investoren-Legende Warren Buffett ist ein Fan von deutschen Unternehmen. Viele würde er am liebsten sofort kaufen – doch die Deutschen rufen nicht an. Einen Rat für die EU hat das Orakel von Omaha auch.
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Omaha"Wenn man sich die Stärke des Euro anschaut, nicht nur in letzter Zeit, sondern über die vergangenen Jahre, dann haben die Deutschen es trotzdem geschafft, einen großartigen Export auf die Beine zu stellen", lobte Buffett am Sonntag auf der Pressekonferenz in Omaha, die den Abschluss seiner weltberühmten Hauptversammlung bildet.

Die Deutschen hätten viel bessere Wege gefunden, ihre Produkte in die USA zu exportieren als anders herum. "Davor ziehe ich meinen Hut."

Es gebe eine Reihe von deutschen Unternehmen, die Buffetts Konglomerat Berkshire Hathaway lieber heute als morgen kaufen würde. "Wir würden liebend gern einen Anruf von einigen dieser Unternehmen bekommen", so Buffett. Doch leider stünden viele davon nicht zum Verkauf.

Buffetts rechte Hand Charlie Munger ergänzt: "Die Leute, denen die Unternehmen gehören, lieben sie offenbar noch viel mehr als wir."

Namen wollte Buffett, laut US-Magazin Forbes der drittreichste Mann der Welt, allerdings nicht nennen. "Darüber rede ich nicht einmal mit Charlie", scherzte er. Er wolle auf keinen Fall andere auch auf die Idee bringen, bei den Unternehmen anzuklopfen.

Dass Buffett ein Fan von deutschen Unternehmen ist, zeigt sein Engagement bei der Munich Re. Der Investor ist mit zehn Prozent größter Aktionär beim Dax-Konzern und weltgrößten Rückversicherer – und er will seinen Anteil weiter ausbauen. Die Deutschen empfingen Buffett, der sich nicht in die Strategie des Konzerns einmischen will, mit offenen Armen. Sein Investment sei eine "sehr positive Reaktion" auf die Arbeit der vergangenen Jahre, hatte der Vorstandsvorsitzende Nikolaus von Bomhard seinerzeit gesagt.

Beim Thema Euro ist das „Orakel von Omaha“ dagegen weniger euphorisch. Es sei eine schwierige Frage, ob es langfristig möglich sei, 17 Länder an eine gemeinsame Währung zu binden. „Ich weiß einfach nicht, ob sie die Belastungen aushalten kann, die damit verbunden sind, oder ob sich Regeln aufstellen lassen, um die Belastung zu verringern“, so Buffett.

Sein Unternehmen Berkshire Hathaway habe durch die Bankenkrise in Irland Geld verloren. Der 80-jährige Investor rät der Europäischen Union dringend, sich in Fragen der Wirtschafts- und Fiskalpolitik anzunähern. Wenn nicht, werde es „immer wieder zu Belastungen kommen, die sehr unangenehm sein werden.“

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

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