Einsame Spitze: Antonia Ax:son Johnson
Schwedens reichste Händlerin

Die Geschäftswelt beschreibt Antonia Ax:son Johnson als militärische Organisation. Doch die resolute Managerin hat sich durchgesetzt, heute leitet sie einen der größten schwedischen Konzerne im Lebensmittel-und Einzelhandel. Der Erfolg der Axel Johnson AG ist eng mit der 64-jährigen Inhaberin und Aufsichtsratsvorsitzenden verbunden.

STOCKHOLM. Die Adresse klingt vielversprechend: Villagatan. Hier im Zentrum Stockholms – und doch ein wenig am vornehmen Rande des pulsierenden Finanzbezirks – residiert die Axel Johnson AB. An diesem grau-tristen Tag im Februar aber wirkt die in einem noblen Privathaus untergebrachte Konzernzentrale noch unscheinbarer, verschwimmen im trüben nachmittäglichen Halbdunkel die Konturen zwischen Dachgiebeln und tief hängenden Wolken.

Ein Porsche Carrera S in „dark olive metallic“, der mit Freude die Auffahrt der Villagatan 67 hochgefahren wird, kann den tristen Eindruck auch nicht nachhaltig verändern. „Sie liebt schnelle Autos“, flüstert eine Mitarbeiterin und fügt hinzu: „Und sie fährt immer selbst.“

Sie – das ist Antonia Ax:son (gesprochen: Axson) Johnson. Als Inhaberin und Aufsichtsratsvorsitzende der Axel Johnson AB lenkt die hochgewachsene Frau einen der unbekanntesten, aber zugleich größten schwedischen Konzerne. Er ist ein Konglomerat mit einem gemeinsamen Nenner: Handel. Das Familienunternehmen ist einer der größten Spieler im nordeuropäischen Lebensmittel- und Einzelhandel. Daneben gehören ein Modekonzern, ein international operierendes Vertriebsunternehmen für Pumpen, Kugellager und andere Industrieprodukte sowie ein Kaufhauskonzern, ein Sicherheitsunternehmen, eine Investmentgesellschaft und eine Autozubehörkette dazu.

Die 64-jährige Antonia Ax:son Johnson hat sich zwar aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, ist als Aufsichtsratschefin und Inhaberin der Gruppe aber weiter Dauergast auf den Ranglisten der einflussreichsten Frauen der Welt: Auf der „Forbes“-Liste ist sie alljährlich unter den Top 100, die „Financial Times“ kürte sie im vergangenen Jahr zur dritteinflussreichsten Frau Europas.

„Antonia Ax:son Johnson weiß stets genau, was zu tun ist“, urteilt ein Stockholmer Banker, der nicht genannt werden möchte. Und fügt dann etwas hinzu, das ihr nicht ganz gefallen dürfte: „Sie ist eine sehr besonnene, aber sehr vorsichtige Frau.“ Andere sind da deutlicher. Sie habe gute Wachstumsmöglichkeiten aus reiner Vorsichtigkeit verpasst.

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