Einstimmiges Votum
Aufsichtsrat bestätigt Fischer als neuen WestLB-Chef

Wie erwartet hat der Aufsichtsrat der WestLB Thomas Fischer zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Wie die Bank am Donnerstagabend mitteilte, soll das ehemalige Vorstandsmitglied der Deutschen Bank AG Anfang Januar 2004 den Interimsvorsitzenden Johannes Ringel ablösen.

HB DÜSSELDORF. Das Kontrollgremium bestellte ferner das bisherige Aufsichtsratsmitglied Rainer Schmitz sowie den Niederländer Matthijs van den Adel zu Vorstandsmitgliedern. Während Schmitz die Funktion des Arbeitsdirektors übernimmt, fällt van den Adel das wichtige Ressort der Risikokontrolle zu.

Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Lüthje und NRW-Finanzminister Jochen Dieckmann hatten die Wahl Fischers und Schmitz' bereits in der vergangenen Woche angekündigt. Dagegen fiel der Name van den Adels erstmals am Mittwoch in Aufsichtsratskreisen. Damit sind drei von vier vakanten Posten im Vorstand der achtgrößten deutschen Bank wieder besetzt.

Wie die WestLB weiter mitteilte, erfolgte Fischers Wahl einstimmig. Während Schmitz (55) mit sofortiger Wirkung, zunächst aber nur als stellvertretendes Mitglied in den Vorstand berufen wurde, wird van den Adel (58) sein Amt ebenfalls erst zum 1. Januar antreten. Mit Fischers Ernennung erhalte die WestLB personelle Sicherheit vor allem auch im Hinblick auf die Entwicklung der Strategie nach 2005, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Lüthje. Der 56-jährige Fischer soll die WestLB nun aus der Krise führen. Seine Benennung vor einer Woche hatte allgemein positive Reaktionen hervorgerufen.

Fischer war seit 1999 Mitglied im Vorstand der Deutschen Bank AG, wo er im vergangenen Jahr ausschied, nachdem er den Machtkampf um die Nachfolge von Rolf-E. Breuer gegen Josef Ackermann verloren hatte. Zuvor war Fischer von 1996 bis 1998 als Vorstandsvorsitzender der Landesgirokasse Stuttgart auch im Sparkassensektor tätig gewesen, was als notwendige Voraussetzung für den WestLB-Posten galt.

Aus Sicht der Anteilseigner soll Fischer die WestLB schnellstmöglich wieder in ein ruhiges Fahrwasser bringen und ihre alte Ertragskraft wiederherstellen. Die achtgrößte deutsche Bank hatte im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 1,7 Mrd. € verbucht. Dafür wurden vor allem Mängel im Risikomanagement verantwortlich gemacht, was Ende Juni zum Sturz des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Sengera geführt hatte. Dessen Aufgaben übernahm zunächst Johannes Ringel, der allerdings von Anfang an als Übergangskandidat galt.

Weiterhin offen ist, wie hoch der WestLB-Verlust in diesem Jahr ausfallen wird. Nach vwd Informationen wird der dafür mitentscheidende Abschlussbericht der BAFin frühestens Mitte November vorliegen. Gegenstand des Berichts ist vor allem die Höhe der Wertberichtigungen, welche die Bank noch vornehmen muss. Im vergangenen Jahr hatten überraschende Abschreibungen vor allem auf das Engagement beim britischen TV-Geräteverleih BoxClever wesentlich zum Vorsteuerverlust von 1,7 Mrd. € beigetragen.

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