Einzug beim Großaktionär
Neue Aufgaben für Puma-Chef Zeitz

Siebzehn Jahre lang hatte Puma-Chef Jochen Zeitz nur seine eigene Marke im Kopf. Jetzt ist die Zeit seiner Ansicht nach offenbar reif, um sich auch jenseits der Konzernzentrale in Herzogenaurach zu engagieren. Gestern teilte Puma mit, der 44-Jährige werde als erster europäischer Manager in den Aufsichtsrat des legendären amerikanischen Motorradherstellers Harley-Davidson einziehen.

MÜNCHEN. Es wird nicht die einzige Verpflichtung von Zeitz außerhalb der fränkischen Heimat Pumas bleiben. Im Umfeld des Unternehmens heißt es, er werde in absehbarer Zeit auch in die Führungsspitze des neuen französischen Puma-Großaktionärs PPR einziehen. In dessen Comité Exécutif sitzen derzeit zehn Personen: neben Großaktionär und Konzernchef François-Henri Pinault auch die wichtigsten Chefs der einzelnen Marken des Unternehmens. Dazu zählen etwa Gucci oder Fnac. Ein Puma-Sprecher lehnte jeden Kommentar zum Thema ab. PPR hält seit Mitte Juli 62 Prozent der Puma-Anteile. Im Zuge der Übernahme wurde immer wieder spekuliert, Zeitz könnte sein Amt aufgeben. Im Umfeld des Sportartikelherstellers wurde dies stets bestritten. Sollte Zeitz jetzt sogar in die Führungsetage des französischen Luxusgüterkonzerns einziehen, wären diese Gerüchte vom Tisch.

Möglicherweise wird sich Zeitz bereits morgen zu seinen weiteren Plänen äußern, denn dann legt der gelernte Betriebswirt die Zahlen für das zweite Quartal vor. Die Analysten der Unicredit gehen davon aus, dass Zeitz die Jahresprognose womöglich erneut zurücknehmen muss, weil die Geschäfte zuletzt nicht so gut liefen wie erwartet.

Enttäuschende Zahlen sind außergewöhnlich für Zeitz, der seit 1990 im Unternehmen arbeitet. Zwar war Puma fast pleite, als der Hobbypilot 1993 an die Spitze aufrückte. Danach ging es aber Jahr für Jahr bergauf. Erst dieses Frühjahr kam die Marke etwas außer Atem.

Zeitz versprach in jüngster Zeit dennoch, an alte Erfolge anzuschließen. Gerne bemüht der Läufer den Vergleich mit dem Marathon: „Das vergangene Jahr war eine Art Höhentraining, um uns optimal auf die noch vor uns liegende Strecke vorzubereiten. Nachhaltige Ergebnisse werden wir erst in den kommenden Jahren zeigen.“

James Ziemer, Vorstandschef von Harley-Davidson, lobt seinen neuen Aufseher in den höchsten Tönen. Zeitz habe große Erfahrung in der internationalen Konsumgüterbranche und sei ein ausgewiesener Fachmann in Finanzen, Marketing und Markenführung, kurz „ein wertvoller Beitrag“ in der weiteren Entwicklung von Harley-Davidson. Eine Zusammenarbeit mit Puma sei derzeit allerdings nicht geplant, sagte ein Sprecher des Sportkonzerns.

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