Einzug in die Konzernleitung
Schwedisches Comeback

Der Mann wird seinem Ruf gerecht: groß, blond, kantiges Gesicht, hemdsärmlig, unkompliziert. Er ist ein Schwede.

ZÜRICH. Jan Secher wird zum Jahreswechsel in die Konzernleitung des Schweizer Spezialchemieherstellers Clariant einziehen und dort nach der Generalversammlung im April Roland Lösser ablösen. Der Deutsche wechselt an die Spitze des Verwaltungsrats.

Secher muss vollenden, was Lösser angefangen hat: Er hatte dem Chemiehersteller nach einer viel zu teuren Übernahme, die er als Mitglied des Verwaltungsrats mit zu verantworten hatte, eine Rosskur verordnet. 15 Prozent der ursprünglich mehr als 27 000 Stellen fallen weg. Ein Großteil der Kündigungen betrifft Mitarbeiter in den früheren Hoechst-Werken in Deutschland. Lösser verkauft Unternehmensteile, setzt eine Kapitalerhöhung durch. Damit tilgt er vor allem die hohen Schulden des Konzerns.

Der 48-jährige Nachfolger muss nun für Clariant, das im vergangenen Jahr vier Milliarden Schweizer Franken umsetzte, wieder eine Perspektive eröffnen. Von der Größe her dürfte der Marketingfachmann Secher kein Problem damit haben. Er leitete bis zum Jahr 2002 die Roboter- und Endkundensparte beim Schweizer Industriekonzern ABB. Als Jürgen Dormann dort Chef wird, gehört Secher aber nicht zu denen, die bleiben dürfen.

Er wechselt zum Drucktintenhersteller Sicpa in Lausanne, was viele erstaunt: Das Unternehmen versorgt zwar zwei Drittel der Welt mit Farbe für Banknoten, ist aber mit 3 500 Beschäftigten im Vergleich zu ABB klein. Um so mehr dürfte es Secher nun Genugtuung sein, wieder ins große Geschäft einzusteigen. Am Clariant-Standort Muttenz bezieht er sein Chefbüro – unweit von ABB.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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